Alltagsidiotien & semikonsequente Ignoranz

Dass Arbeitsumstände wichtige Tage, auf die man sich gefreut hatte, so richtig in den Arsch treten können. Dass dieser Rechner hier gerade in regelmäßigen Abständen einen Schritt in Richtung Grab macht und ich ihn nicht aufhalten kann. Dass die SZ meldet, der Bachelor wäre beliebt, weil sich immer mehr einschreiben würden (man muss sich ja irgendwo einschreiben, wenn es fast nur Bachelor-Studiengänge gibt, meine Güte). Dass man immer dann krank wird, wenn der ganze Stress vorbei ist und man theoretisch auch mal so etwas wie Ferien hätte. Dass man in diesen Tagen nur schwer der Versuchung widerstehen kann, die Heizung anzuschalten. Dass man sich, wenn man solche Sachen aufschreibt, seiner momentanen Menscheninkompatibilität nur noch bewusster wird. Und dass einem dieses Bewusstsein und die benachbarte momentan in Schüben auftretende Poststress-Emo-Jammer-Zukunftsnebel-Depression einem gehörig in die kalte Suppe rotzt.
Versuchen wir also unserem Grundoptimismus (den einem ja so mancher absprechen will, der aber trotzdem unweigerlich und ständig gegen die Herzscheidewand boxt) zu folgen und Daten zu vergessen, den Rechner bocken zu lassen und zu ignorieren (obwohl man weiß, das macht ihn nur noch wütender), den Briefkasten nicht zu leeren, mit Fingermalfarbe gesellschaftsbeschimpfende Tiraden kopfüber an den Balkon zu malen, sich dabei den umgewickelten Schal nicht zu besudeln, stricken zu lernen und Origami aus Schokoladensilberpapier zu falten, während man vom Rest der Welt nichts mehr mitbekommt, weil man sich zuhause eingeschlossen und beschlossen hat, dass es egal ist.
Weitere Vorschläge bitte, gerne und sofort mit Brieftauben neben die dem Wetter strotzenden Rosen auf dem Balkon. Außerdem ein Kopfschütteln darüber, Anfang September Kastanien auf dem Hof zu finden.
Liz hat es verfasst, und zwar am 7. September 2007 um genau 14:51
Kategorie : Moi | 0 Kommentare