Zurückkommen.

Plötzlich ist der Blick nicht mehr hügelweit und stößt sich statt an kleinen Burgen und Weglinien nur noch an Hauswänden. Und öffnet man das Fenster, ist es jetzt wieder die Stadt mit all ihren Abgasen, Schlechtwettern und Launen, die einem in die Nase steigt und nicht mehr die letzten Wehen des großen Weinsilos im Hof. Hier fahren Straßenbahnen und Autos im Sekundentakt und rasendschnell, kein Hund lässt einen mehr aufschauen, das ist normal, das gehört dazu. Und der Lavendel ist verdorrt, gibt sich kleinlaut noch den letzten Rest im Topf neben dem Löwenzahn, der schon vor einigen Monaten damit begann, ihn platt zu machen. Die Katzen huschen in die Hauseingänge und streichen einem nicht mehr um die Beine, ich brauche hier keine Grillen aus dem Pool zu retten, alles fängt sich von allein.
Wer keine Falten auf der Stirn hat, der kauft sich Gummistiefel. Die Handschuhe tragen sie hier vor Kälte und nicht, weil sie beim Ernten Angst vor Flecken haben. Und es gibt keine Mücken. Frühstück auf dem Balkon bräuchte Decken und Heizlüfter mittlerweile, Kragen zumindest. Die Badelatschen trägt man hier in der Sauna. In den Zeitungen steht, wie man sich das Urlaubsgefühl, die sogenannte Ferienstimmung, noch ein bisschen bewahrt, man solle sich Eis kaufen und ruhig träumen in der Mittagspause im Büro. Steht man auf dem Balkon, plumpsen Tropfen in den Kaffee. Und den Horizont sieht man nur selten in einer geraden, durchgezogenen Linie. Die Zeitungen schreiben davon, der letzte Sonnentag, der wäre jetzt vorüber, man solle sich warm einpacken, vorbereiten, Tee kaufen, Vitamine essen, die Fotos entwickeln lassen und einmal die Woche anschauen.
Die Lampen leuchten grün, der Tank ist voll, wohin soll´s gehen? Die Stadt ist voll von Straßen, die keiner mag.
