
Dem einen flog am Morgen in der U-Bahn die Zeitung in den Kaffee, der eine untere Zipfel nur, die linke Ecke. Er hatte den Deckel auf dem Tresen des Bäckers liegenlassen, die Verkäuferin mit der rot-weiß-gestreiften Schürze hatte ihm noch hinterher gerufen und dann mit gesenktem Blick den Kopf geschüttelt. Dann besudelte er sich das ganze linke Hosenbein ohne es zu merken und lief noch mit Croissantkrümeln unter dem rechten Mundwinkel und im Schnurbart am Taxistand vorbei zum Eingang des Hochhauses. Dass er zuhause schon Wasser aufgesetzt hatte, um selber Kaffee zu kochen, fiel ihm erst wieder ein, als die Feuerwehr ihn in der Mittagspause anrief, als er auf dem Balkon gerade eine SMS schrieb, um sich für den Abend mit der Schneiderin zu verabreden, die ihm die Hose weiter gemacht hatte.
Der anderen sank nach dem Aufstehen die Katze tot in die Hausschuhe, alt und dick hustete sie ihr Leben in die rosa Fransen, während das Haarspray zur Neige ging. Als sie aus dem Badezimmer kam, stolperte sie über das tote, aber noch sabbernde Tier, blieb mit dem anderen Fuß am Türrahmen hängen und verfehlte den Schirmständer mit dem Kopf um genau zweieinhalb Zentimeter. Den Termin verschieben, hätte geheißen, im Winter nicht genug Geld für den Urlaub in den Bergen zu haben, also verstaute sie das besudelte Fellchen im Schuhkarton der schwarzen Pumps und nahm ihn erst einmal mit ins Büro. Das mit dem Mülleimer hatte sie nicht über´s Herz gebracht.
Liz hat es verfasst, und zwar am 5. Juli 2007 um genau 18:28
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Liz hat es verfasst, und zwar am 4. Juli 2007 um genau 23:56
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Wie kommt es, dass selbst Männer, die so alt sind wie meine Mutter, ihre Freundinnen immer noch “Mädchen” nennen? Meine Mutter ist nicht “alt”, jedoch ist ihr Alter eine Art magische Grenze für mich. Erreicht jemand mit seinem Alter das meiner Mama verrutschen für einen Moment die Perspektiven und ich komme nicht drum herum, wenn auch nur kurz, einmal zu denken: “Ach, der könnte ja mein Vater sein”.
Zurück ins Boot. Ich kenne ja doch ein paar Männer in diesem Alter, beruflich oder wir sind befreundet oder wir kennen uns hier und da oder ich lese ihre Blogs. Und wenn Männer verliebt sind, erzählen sie das entgegen jeglicher Vorurteile meistens doch sehr gerne. Nun sind die Frauen, in die sich diese Männer dann verlieben, oft ein paar Jahre älter als ich (oder eben nicht) und werden trotzdem immer noch mit dem Begriff “Mädchen” tituliert, wohingegen ich kaum eine meiner Freundinnen mal sagen höre: “Och, ich besuch nachher meinen Jungen“. Da heißt es “Mann”, komme, was wolle, auch wenn das Wesen sich absolut nicht wie einer verhält.
Dass ich den Begriff “Mädchen” für mich selbst und - haha - Frauen in meinem Alter hin und wieder gebrauche, kann ich irgendwie noch nachvollziehen. Aber wenn ein Mitdreißiger seine Mitdreißiger-Freundin Mädchen nennt, verstehe ich das nicht. Ist das die Sehnsucht nach der ewigen Jugend an der eigenen langsam schrumplig werdenden Seite? Warum sagen die wenigstens heutzutage: “Ich geh nachher noch zu meiner Frau“, wo es doch so schön klingt, wenn frau “Mann” sagt.
Da wollt ihr, dass unsereiner erwachsen wird und dann nennt ihr einen bis zum Verrecken “Mädchen”. Das kann doch nich gutgehen, Jungs. Werden wir so genannt, verhalten wir uns wie welche. Bums aus.
Liz hat es verfasst, und zwar am 2. Juli 2007 um genau 9:20
Kategorie : Fragen | 21 Kommentare
Anscheinend muss man wirklich alles haargenau erklären, jeden Schritt ordentlich und in Umgangssprache veröffentlichen, gut lesbar und klar verständlich, damit Prozesse so von statten gehen, wie sie sollen.
Weichsel- Ecke Boxhagener Straße hängt ein kleiner blauer Kasten an einem Metallmast. Dort gibt es kleine blaue Tüten umsonst. Die kann man für viele Sachen verwenden, aber eigentlich sind sie - wie das kleine Schild auf dem Kasten zeigt - dafür gedacht, den Schiss des Schoßhundes einzutüten und ordnungsgemäß zu versorgen. Es mag an der Schriftgröße oder dem Umgangston liegen, an den Kratzern auf der Plastikverkleidung oder dem Wetter, jedenfalls scheint das mit der Versorgung der vollen Beutel noch nicht ganz hinzuhauen. Wer Lust hat auf Slalomlauf, der fühle sich wohl auf dem Gehweg in dieser Ecke Friedrichshains, denn überall verteilt liegen kleine blaue Tüten samt Hundehaufeninhalt. Schön, wenn man meint, dann seien die Haufen wenigstens gut verpackt und hübsch anzusehen. Vielleicht hätte derjenige ja noch ein paar Schleifchen drumbinden und Namensschilder dranhängen können. “Das ist für dich und dieses hier für den Herren da hinten…“.
Wer Langeweile hat, kann also zuschauen, wie die ahnungslosen Passanten mal eben lässig mit dem Fuß so ein Tütchen vom Gehweg kicken wollen und dann ihr - jetzt kommt der Knallerwitz des Tages - blaues Wunder erleben.
Liz hat es verfasst, und zwar am 1. Juli 2007 um genau 11:15
Kategorie : Berlin | 4 Kommentare