Sauregurkenzeit

Sommerlöcher sind allgegenwärtig. Das hat nix mit Zeitungen und Fernsehberichterstattung zu tun, das ist ein Zustand, der sich auf weitaus mehr bezieht. Ich glaube ja, dass diese Bezeichnung durch aus etwas mit “hineinfallen” zu tun hat. Entweder man schwarwenzelt die ganze Zeit drumherum, versucht zu übersehen, wie die Redaktionen sich mühen, und den vom Schweiß aller Beteiligten rutschigen Festhaltestangen in den öffentlichen Verkehrsmitteln konsequent aus dem Weg zu gehen. Oder man lässt sich fallen, schaltet auf Durchzug und genießt mit ausladenden Schwimmzügen, was sich eh nicht übersehen lässt, nämlich die konsequente Verflüssigung aller systematischen Vorgänge.
Schien Kommunikation eben noch Pipifax zu sein, wird sie im Sommer unter, wie wir es gerade erleben, ständig wechselnden Witterungsbedingungen teilweise zäh und klebrig und ist man einmal hineingetreten, flatscht es noch im Hausflur unter den Sohlen. Machten sich kleine Stapel eben noch von quasi von allein weg, erwachsen sie in der Mittagshitze oder der abendlichen Dickwolkenschwüle zu Gebirgen, die schwierig sind zu überwinden. Alles und jeder schnurpselt so vor sich hin, die meisten wären gerne woanders (auch wenn das nur ein paar Meter weiter in Richtung Kaltwasserdusche bedeutet) und keiner hat so richtig Lust, macht aber trotzdem.
Ich bin für Arschbomben ins Sommerloch. Für genüssliches Eintauchen ins Becken unserer matschigen Gehirne. Steht dazu, dass ihr nicht denken könnt, und geht. Los, raus. Jetzt. Aber gießt vorher noch die Blumen.
