Gib mir das, ich kann es halten

Dir bricht in kleinen Stücken die Vergangenheit aus dem Geschirr. Hier und da platzen die Muster ab, hin und wieder liegt ein ganzer Teller in Scherben auf dem Boden. Und wir müssen aufpassen auch alle zu erwischen, um nicht eines Morgens aus Versehen hinein zu treten, wenn der Blick noch kürzer und die Stirn verhangen ist. Und dir liegen die letzten Jahre schwer auf den Schultern, wenn du gebeugt am Tisch sitzt und hin und wieder das Messer zurücklegst neben die Serviette, damit ich nicht sehe, wie es zittert. Du zupfst mit den Augen jedes Staubkorn aus den Ecken, versuchst, die Schlieren zu übersehen, die Kratzer und Schrammen, die sich mit der Zeit so angesammelt haben, das soll doch jetzt hier dein neues Zuhause sein. Und zwei Straßen weiter stehen noch deine Sachen in Kisten gepackt, wo sie doch eigentlich nicht hingehören. Und dann noch deine Liebe zwischen all den Stapeln, an all diesen Wänden und unter der Decke. Wo sie doch eigentlich nicht hingehört.
Ich kaufe Kleber und Tesafilm, Gaffa und ein Schweißgerät. Ich trag dich da raus, ich mach es wieder gut, ich kämme dir die Haare aus der Stirn und renne die Tür ein, du musst da nicht mehr hin, du musst nicht. Und ich werd zum Tier, du musst mich nur lassen, ich räche jeden einzelnen, Tag. Du musst mir nur sagen, wie. Aber du stellst nur die Schüsseln und Teller wieder zurück in den Schrank, wo sie hingehören ab jetzt, und es klirrt so laut, so laut.
Liz hat es verfasst, und zwar am 8. Juli 2007 um genau 14:34
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