Wieder einer dieser Tage

Dem einen flog am Morgen in der U-Bahn die Zeitung in den Kaffee, der eine untere Zipfel nur, die linke Ecke. Er hatte den Deckel auf dem Tresen des Bäckers liegenlassen, die Verkäuferin mit der rot-weiß-gestreiften Schürze hatte ihm noch hinterher gerufen und dann mit gesenktem Blick den Kopf geschüttelt. Dann besudelte er sich das ganze linke Hosenbein ohne es zu merken und lief noch mit Croissantkrümeln unter dem rechten Mundwinkel und im Schnurbart am Taxistand vorbei zum Eingang des Hochhauses. Dass er zuhause schon Wasser aufgesetzt hatte, um selber Kaffee zu kochen, fiel ihm erst wieder ein, als die Feuerwehr ihn in der Mittagspause anrief, als er auf dem Balkon gerade eine SMS schrieb, um sich für den Abend mit der Schneiderin zu verabreden, die ihm die Hose weiter gemacht hatte.
Der anderen sank nach dem Aufstehen die Katze tot in die Hausschuhe, alt und dick hustete sie ihr Leben in die rosa Fransen, während das Haarspray zur Neige ging. Als sie aus dem Badezimmer kam, stolperte sie über das tote, aber noch sabbernde Tier, blieb mit dem anderen Fuß am Türrahmen hängen und verfehlte den Schirmständer mit dem Kopf um genau zweieinhalb Zentimeter. Den Termin verschieben, hätte geheißen, im Winter nicht genug Geld für den Urlaub in den Bergen zu haben, also verstaute sie das besudelte Fellchen im Schuhkarton der schwarzen Pumps und nahm ihn erst einmal mit ins Büro. Das mit dem Mülleimer hatte sie nicht über´s Herz gebracht.
Liz hat es verfasst, und zwar am 5. Juli 2007 um genau 18:28
Kategorie : Blicke | 3 Kommentare