Der alte Mann und das Mee…dchen

Wie kommt es, dass selbst Männer, die so alt sind wie meine Mutter, ihre Freundinnen immer noch “Mädchen” nennen? Meine Mutter ist nicht “alt”, jedoch ist ihr Alter eine Art magische Grenze für mich. Erreicht jemand mit seinem Alter das meiner Mama verrutschen für einen Moment die Perspektiven und ich komme nicht drum herum, wenn auch nur kurz, einmal zu denken: “Ach, der könnte ja mein Vater sein”.
Zurück ins Boot. Ich kenne ja doch ein paar Männer in diesem Alter, beruflich oder wir sind befreundet oder wir kennen uns hier und da oder ich lese ihre Blogs. Und wenn Männer verliebt sind, erzählen sie das entgegen jeglicher Vorurteile meistens doch sehr gerne. Nun sind die Frauen, in die sich diese Männer dann verlieben, oft ein paar Jahre älter als ich (oder eben nicht) und werden trotzdem immer noch mit dem Begriff “Mädchen” tituliert, wohingegen ich kaum eine meiner Freundinnen mal sagen höre: “Och, ich besuch nachher meinen Jungen“. Da heißt es “Mann”, komme, was wolle, auch wenn das Wesen sich absolut nicht wie einer verhält.
Dass ich den Begriff “Mädchen” für mich selbst und - haha - Frauen in meinem Alter hin und wieder gebrauche, kann ich irgendwie noch nachvollziehen. Aber wenn ein Mitdreißiger seine Mitdreißiger-Freundin Mädchen nennt, verstehe ich das nicht. Ist das die Sehnsucht nach der ewigen Jugend an der eigenen langsam schrumplig werdenden Seite? Warum sagen die wenigstens heutzutage: “Ich geh nachher noch zu meiner Frau“, wo es doch so schön klingt, wenn frau “Mann” sagt.
Da wollt ihr, dass unsereiner erwachsen wird und dann nennt ihr einen bis zum Verrecken “Mädchen”. Das kann doch nich gutgehen, Jungs. Werden wir so genannt, verhalten wir uns wie welche. Bums aus.
Liz hat es verfasst, und zwar am 2. Juli 2007 um genau 9:20
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