Blogs analog

Ob das funktioniert? Ob das was wird? Geben sich ja hin und wieder Bücher mit gedruckten Blogtexten die Klinke in die Hand, bin ich gespannt, ob das auch als Magazin funktioniert. Und umgesetzt wird. Und sich liest. Und aussieht. Und und und sowieso.

Liz hat es verfasst, und zwar am 28. Juli 2007 um genau 9:41
Kategorie : Lektüre | 2 Kommentare

 Rahmung

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Es grenzt nahezu an Perversion, sich abends nach diesem ganzen Krankenhausmist auch noch eine Ärzte-Serie anzuschauen. Mit masochistischem Beigeschmack (auch was den Trailer angeht) könnte man aber auch so tun, als hätte dies nun wirklich gar nichts mit der Realität zu tun, sei allein fiktional und das ganze Blut sowieso nur schmückendes Beiwerk. (Da geht es um die zwischenmenschlichen Beziehungen, Mann!) Womit sich die Schleife zur Realität aber wieder geschlossen hätte. Und man bleibt in der Materie. Gähn.

Überlege aber gerade, wie der Trailer zu meinem Leben aussehen würde. Jedenfalls würden in ihm keine Wimpernzangen und nackten Füße auf Krankenhausbetten vorkommen.

Was müsste in den Vorspann eines Lebens? Und welche Namen würden im Abspann erwähnt? Was wären die Cliffhanger und wer fliegt raus bzw. darf bis zur nächsten Staffel bleiben?

Liz hat es verfasst, und zwar am 27. Juli 2007 um genau 10:35
Kategorie : Fragen | 1 Kommentare

 We must hold steady to the ones who light our mornings.

Ich hatte fast vergessen, wie das ist. Ich gebe zu, obwohl ich immer der Meinung war, ich sei auf der Hut gewesen, ich hätte mich darauf eingestellt, irgendwann wieder jemanden verlieren zu können und mir eine Art dicke Haut zugelegt, indem ich zu jeder Zeit damit rechnete, hatte ich den Faden anscheinend doch irgendwie verloren, was das angeht. Den Schatten hatte ich abgestreift in der festen Überzeugung, mich noch gut genug an den einen Tag vor zwölf Jahren zu erinnern, an dem er mir in den Knöchel biss. Das tat lange weh, das hinterließ eine Narbe und ich hatte mir angewöhnt, Kniestrümpfe zu tragen, damit niemand sie sieht.

Seit letzter Woche weiß ich jedoch, ich werde das verdrängt haben müssen. Losgelassen und irgendwie auch nicht sonderlich vermisst. Weil es unangenehm ist. So unangenehm, dass es sich anfühlt, als würde dir nicht nur jemand die Luft abdrücken, sondern jegliche Aussicht auf erneute Sauerstoffzufuhr völlig verdunkeln. Das ist der Biss ins Bein, wenn demjenigen, der dir in deinem Leben am wichtigsten ist, am nächsten, etwas passiert, sodass er dir zwar vielleicht noch sehr wichtig, aber vielleicht bald nicht mehr in deinem Leben sein könnte. Ich hatte das Gefühl vergessen, wenn sich der Rest der Welt ausschaltet. Automatisch. Mit diesem leisen, kleinen Geräusch, das der Fernseher macht bei gezieltem Drücken des Knopfes auf der Fernbedienung. Als ginge einem die Luft aus. Scheuklappenartig. Und automatisch rattern all die Momente durch das Blickfeld, die man gemeinsam hatte, wenn die Hand, die da auf der Bettkante liegt, plötzlich aufhören könnte, im komatösen Betäubungsschlaf die deine zu suchen.

Ich hatte vergessen, wie das ist in diesen Kitteln, die man nur hinten zumacht. Und wie all die Apparate an den Enden der Schläuche klingen und fiepsen, die von allen Seiten unter der Bettdecke hervorkriechen. Wie man selbst auch zusammenzuckt, wenn die Regelmäßigkeit der Abstände plötzlich unterbricht und die Pausen zu lang oder zu kurz werden, und das Geräusch der Gummisohlen von Ärzteschuhen. Das Rascheln der grünen Anzüge und Mützen mit den Bändchen dran, alle sehen gleich aus, nur die Patienten nicht. Und dass am Himmel Gewitter aufziehen, sobald man das Krankenhaus verlässt. Die Raserei im Brustkorb bei jedem Telefonklingeln, obwohl es nachts direkt neben dem Kopf liegt, damit man sofort zur Stelle sein kann, wenigstens so. Und der Puls auf der Zunge, wenn sie dann wirklich anrufen. Der Kopf wie ein Schwellkörper, wenn jede Bahn zu spät kommt, jede Ampelphase zu lang ist, jeder Weg zu weit und die Stadt ein Moloch, weil du nicht weißt, was dich erwartet hinter den Glastüren, die sich nur öffnen, wenn man ein paar Meter vorher einen Knopf drückt. Du weißt nicht, ob da überhaupt noch jemand wartet.

Ich hatte wirklich vergessen, wie das ist mit der Angst, die dich ins Bein beißt. Kampfhundartig. Und du versuchst, sie abzuschütteln und so cool wie möglich weiterzugehen. Es dir nicht anmerken zu lassen. Aber eigentlich funktioniert gar nichts und du machst dich zum Volltrottel, wenn du versuchst, dieses hässlich sabbernde Ding loszuwerden, indem du es ignorierst. Eigentlich sollte man kann es nur in die Tasche stecken und verwundert gucken, sobald Leute fragen, was da so tropft. Und zwickt es hier und da aus der Tasche heraus jemanden in die Hand, sollte man die Schuld auf sich nehmen, nicken und einsehen, dass man das noch nicht so drauf hat mit der Routine. Dann erst zuhause mit der Tür knallen, damit es sich für drei Sekunden erschreckt und die Klappe hält. Damit man das Telefon hört, falls es klingelt.

Liz hat es verfasst, und zwar am 24. Juli 2007 um genau 23:36
Kategorie : Moi | 2 Kommentare

 Lotrichtung

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Wir könnten Reißaus nehmen oder unser Herz in beide Hände. Wir könnten uns die Blöße geben und zu, nicht ganz bei Trost zu sein. Wir könnten mit lautem Geschrei den anderen hinterher den Berg hinab und in die nächste Bar, in den nächsten Laden, in die nächste Nacht. Oder wir könnten so tun, als ginge uns das alles nichts an und wie versuchen wie früher zu sein, als man beim Anblick unserer Fotos noch die Hand vor den Mund schlug und kopfschüttelnd sagte: “Wie unbeschwert ihr noch lachen könnt”. Das Gefühl in den Tag hinein ging ein bisschen verloren, manchmal erinnern wir uns an solchen Abenden, wenn wir auf Brücken sitzen und vor uns jemand in schlechten Reimen von dem Ort singt, wo sich “deine Liebe multipliziert”. Und du zeigst mit dem Finger auf die S-Bahnen unter uns. “Eigentlich könnte man genau zielen. Man könnte warten, bis der Zug genau unter einem ist und dann aufspringen. Aber wir bleiben sitzen und hören den Zug hinter uns immer leiser werden. Wie eine verpasste Chance. Und noch eine in fünf Minuten“.

Wir könnten Reißaus nehmen oder uns an den Händen. Wir könnten uns die Blöße geben und zu, uns nah zu sein. Und nichts von all der proklamierten Oberflächlichkeit, von den Namen für unsere Generation, obwohl uns niemand kennt. Wir kratzen die Haut auf und saugen angestrengt das Gift heraus, während die anderen an uns vorbei den Berg hinunter rennen. Mit Geschrei in den nächsten Laden, auf das nächste Bier, in den nächsten Arm. Und morgen früh liegen sie blass in einem Bett ohne Bezug und suchen mit angestrengtem Blick den Horizont nach neuen Hügeln ab, bis sie merken, sie können sich gar nicht mehr bewegen. Wie unbeschwert wir noch lachen können.

Liz hat es verfasst, und zwar am 17. Juli 2007 um genau 10:02
Kategorie : Wir | 9 Kommentare

 Sauregurkenzeit

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Sommerlöcher sind allgegenwärtig. Das hat nix mit Zeitungen und Fernsehberichterstattung zu tun, das ist ein Zustand, der sich auf weitaus mehr bezieht. Ich glaube ja, dass diese Bezeichnung durch aus etwas mit “hineinfallen” zu tun hat. Entweder man schwarwenzelt die ganze Zeit drumherum, versucht zu übersehen, wie die Redaktionen sich mühen, und den vom Schweiß aller Beteiligten rutschigen Festhaltestangen in den öffentlichen Verkehrsmitteln konsequent aus dem Weg zu gehen. Oder man lässt sich fallen, schaltet auf Durchzug und genießt mit ausladenden Schwimmzügen, was sich eh nicht übersehen lässt, nämlich die konsequente Verflüssigung aller systematischen Vorgänge.

Schien Kommunikation eben noch Pipifax zu sein, wird sie im Sommer unter, wie wir es gerade erleben, ständig wechselnden Witterungsbedingungen teilweise zäh und klebrig und ist man einmal hineingetreten, flatscht es noch im Hausflur unter den Sohlen. Machten sich kleine Stapel eben noch von quasi von allein weg, erwachsen sie in der Mittagshitze oder der abendlichen Dickwolkenschwüle zu Gebirgen, die schwierig sind zu überwinden. Alles und jeder schnurpselt so vor sich hin, die meisten wären gerne woanders (auch wenn das nur ein paar Meter weiter in Richtung Kaltwasserdusche bedeutet) und keiner hat so richtig Lust, macht aber trotzdem.

Ich bin für Arschbomben ins Sommerloch. Für genüssliches Eintauchen ins Becken unserer matschigen Gehirne. Steht dazu, dass ihr nicht denken könnt, und geht. Los, raus. Jetzt. Aber gießt vorher noch die Blumen.

Liz hat es verfasst, und zwar am 16. Juli 2007 um genau 11:27
Kategorie : Moi | 3 Kommentare

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Vergessen, dass jetzt die Sommerferien angefangen haben. Nicht drei oder vier Wochen vorher gewusst, dass man jetzt mal raus muss. Mehrere Stunden versucht, spontan eine bezahlbare und trotzdem schöne Unterkunft zu finden. Gescheitert. Das Meer auf Eis gelegt. Aus enttäuschter Wut heraus versucht, sich vorzustellen, wie die kleinen Kinder am Sonntag alle kollektiv in die Ostsee pullern, während sich ihre Eltern die Bäuche verbrutzeln und dann wie ein Wiener Schnitzel vom Sand paniert versuchen, ihre verzogenen Bälger einzusammeln. Den Gedanken an den Weststrand mit Leuchtturm aber trotzdem nicht ganz verscheuchen können.

Traurig sein und an Ruderboote denken.

Liz hat es verfasst, und zwar am 12. Juli 2007 um genau 22:03
Kategorie : Moi | 3 Kommentare

 You could be happy and I won´t know.

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In dieser kirchlichen Beilage meiner Tageszeitung las ich neulich beim Arzt von Unfalltoten und davon, dass man bei so einem Unglück keine Chance auf einen Abschied hat. Und die Leute deswegen auch an den Unfallstellen Kreuze aufstellen, um nach und nach Auf Wiedersehen sagen zu können.

Aber es passiert doch hin und wieder trotzdem, dass einem so ein Moment des letzten Blicks abhanden kommt. Auch ohne wirklichen Unfall. Dass man einfach den Moment verpasst, die Abfahrt, die Minute, in der es richtig wäre, sich noch einmal kurz nah zu sein und bewusst der Tatsache, wieviel und vor allem was für eine Zeit man miteinander hatte. Das ist dann aber keine Rechnung in Tagen oder Monaten oder Jahren sondern in Mehrwert. Wenn es dann Zeit wäre für solche Sätze, die man nie wieder vergisst (man kennt das ja aus Filmen), auch wenn man sich danach vielleicht niemals mehr über den Weg läuft, der Name des anderen zwischen ganz vielen anderen im Adressbuch steht oder in einer Todesanzeige.

Und wenn man zufällig beim Aufräumen darüber stolpert, weil man die Anzeige früher mal ausgeschnitten hat und dann etwas in der falschen Kiste sucht, steht man plötzlich mitten in einem solchen Moment, der sich anfühlt wie so ein Abschied, an dem man vorbeigerannt ist oder vielleicht gar nicht gefragt wurde, ob man jetzt hier eventuell kurz anhalten wollen würde. Im Kopf sagt man dann still all diese Dinge, die man dem anderen vielleicht mit auf den Weg geben muss, damit es gut sein kann irgendwann. Und kommt sich so bescheuert dabei vor, mitten im Zimmer zu stehen, unterbrochen in der Hektik und völlig von der Rolle zu sein.

Eventuell setzt in diesen Sekunden bescheuerte Schnappatmung ein, vielleicht hat man einen Thüringer Kloß im Hals. Und schluckt ihn dann weg, so gut man kann, so wie man Blutabnehmen zwar unangenehm aber mittlerweile nicht mehr total unerträglich findet. Das geht ja alles irgendwie mit der Zeit. Man lässt es über sich ergehen, drückt danach den Finger fest drauf und in ein paar Tagen sieht man den kleinen roten Punkt gar nicht mehr. So ist die alltägliche Prozedur in Ausnahmesekunden wie diesen. Manchmal, als würde eine kleine, rauhe, fiese Kopfschmerztablette am Gaumen hängenbleiben und der bittere Geschmack Würgereiz und Gänsehaut verursachen, unerwartet und eklig. Und dann spült man mit süßem Sirup nach, um das zu übertünchen und merkt, es funktioniert nur halb so gut, wie man´s sich eigentlich erhofft hatte. Aber das eingetrichterte Prozedere funktioniert eben so: weiter, weiter, stolpern, aufstehen, pusten, weiter. So macht man das. Heile heile Segen.

Komischerweise habe ich jedes Mal, wenn mir durch einen deinem Hinterkopf ähnlichen Hinterkopf bewusst wird, dass diese Abschiedsabfahrt schon Jahre hinter uns liegt, das Gefühl, ich hätte tausend Hände, mit denen ich mir tausend Stellen abdrücken muss, weil es sonst blutet wie Sau. Jedes Mal an Geburtstagen, wenn die Leute alte Fotos rausholen und lachen müssen, weil sie jetzt entweder Falten haben, früher viel dicker waren oder sich mehr Haare auf dem Kopf tummelten, muss ich so oft schlucken, dass ich manchmal gefragt werde, ob ich etwas hätte und vielleicht einen Schluck trinken wollen würde. “Sirup vielleicht?”. Weil es von dir zwar Fotos gibt, aber keinen Vergleich.

Und ich weiß nicht, ob du auch nur das Fitzelchen einer Ahnung hast, wie sehr du mir fehlen kannst.

Liz hat es verfasst, und zwar am 10. Juli 2007 um genau 21:26
Kategorie : Blicke | 4 Kommentare

 Leistungsliebe

Generationenbegriffe finden wir ja gut, da haben wir was zum Rumschmeißen und drauf rumkotzen, zum dran festhalten und tadaaa zur Identifikation. Toll. Gestern wurde eine Facette meiner Generation in der SZ aufgeschrieben: Generation Leistung. Im Text geht es um die Anforderungen, die wir uns selbst auferlegen und es nicht mehr merken, um den inherenten Leistungsanspruch, der nicht mehr hinterfragt wird. Mut zum Mittelmaß wird proklamiert und dazu aufgefordert, doch mal wieder Dinge zu tun, die man nicht im Lebenslauf aufschreiben kann, die aber trotzdem Spaß machen, wie z.B. “zu spielen, zu lieben, zu weinen, zu hüpfen“. Prima. (Und dann?…)

Ich bin ja wirklich eine Freundin von Pausen und Ruhepunkten, von kleinen Fluchten und dem großen Geschrei, wenn es um Ferien geht. Aber wer kann schon die eigenen Ansprüche komplett runterfahren, wenn es darum geht, sich vor einer Prüfung, für die man mal wieder viel zu spät angefangen hat zu lernen, mal zu entspannen? Wer hat es drauf, sich die Welt den Rücken runterrutschen zu lassen, wenn ständig einer danach fragt, was man schon so gemacht hat und man sich sogar selbst dabei ertappt, danach zu fragen? Wie sollen Leute eine solche Coolness an den Tag legen, die einfach auf ein Vorankommen angewiesen sind, weil sie sich jetzt grad dumm und dusselig arbeiten, um irgendwie gerade so über die Runden zu kommen? Ich rede nicht von mir. Aber ich kenne ein paar von der Sorte. Und vor denen stehe ich regelmäßig mit offenem Mund und kann nicht fassen, wieviel manche Leute auf einmal auf die Reihe bekommen müssen. Wäre in meinem Interesse, mal ein paar der ständig phrasendreschenden Verantwortlichen eine Woche in ein solches Leben zu buxieren, um dann mal zu gucken, wie sie das hinkriegen.

Nach Weber gehen die Dinge, die man der Dinge wegen tut und die dem generellen Verständnis nach sinnlos und nicht sonderlich leistungsfähig sind, in unserem Geist des Kapitalismus verloren. Auch im SZ-Text ist die Sprache davon, dass sich politische Ideale und Utopien relativ ausgiebig verabschiedet haben, Geld verdienen hat abgeklatscht. Und aber holla studieren die wenigsten, um sich wirklich zu bilden, sondern um danach angeblich was zu sein, was vorweisen zu können, um dann weiter zu rennen. Hallo, Bachelor. Tschüß Müßiggang.

Und außerdem frage ich mich doch, in welche Kategorie ich denn wohl gefallen wäre, wenn ich Teil der Shell-Studie gewesen wäre. Es stehen zur Auswahl:
- Idealistin,
- Unauffällige,
- Macherin oder
- Materialistin.

Bitte machen Sie jetzt ihr Kreuzchen.

Liz hat es verfasst, und zwar am 10. Juli 2007 um genau 8:41
Kategorie : Blicke, Wir | 5 Kommentare

 Viento marero

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Nach einem Wochenende inklusive Feierei geht es nun steil in die nächsten Tage und durch den Haufen an Listen und Dingen, die da getan, bestanden und bearbeitet werden wollen, um den Kopf dann frei zu haben für das Meer, das ich am Freitag besuche. “Haste nich schon jenug Wasser hier inner Stadt?”, fragt da der eine oder andere. Nö, das hier tröpfelt spärlich meist von oben und in Strippen. Ich will Wogen und Salzluft, Sand und einen Ausblick ohne Fassaden. Innerlich jubelt es schon jetzt. Und gluckst. Sport frei. Man braucht ja immer was zum drauf freuen. Und wenn man sich anstrengt, klingen die Autos draußen ein bisschen wie Wellen.

Liz hat es verfasst, und zwar am 9. Juli 2007 um genau 10:20
Kategorie : Moi | 4 Kommentare

 Gib mir das, ich kann es halten

http://www.mevme.com/lizblog

Dir bricht in kleinen Stücken die Vergangenheit aus dem Geschirr. Hier und da platzen die Muster ab, hin und wieder liegt ein ganzer Teller in Scherben auf dem Boden. Und wir müssen aufpassen auch alle zu erwischen, um nicht eines Morgens aus Versehen hinein zu treten, wenn der Blick noch kürzer und die Stirn verhangen ist. Und dir liegen die letzten Jahre schwer auf den Schultern, wenn du gebeugt am Tisch sitzt und hin und wieder das Messer zurücklegst neben die Serviette, damit ich nicht sehe, wie es zittert. Du zupfst mit den Augen jedes Staubkorn aus den Ecken, versuchst, die Schlieren zu übersehen, die Kratzer und Schrammen, die sich mit der Zeit so angesammelt haben, das soll doch jetzt hier dein neues Zuhause sein. Und zwei Straßen weiter stehen noch deine Sachen in Kisten gepackt, wo sie doch eigentlich nicht hingehören. Und dann noch deine Liebe zwischen all den Stapeln, an all diesen Wänden und unter der Decke. Wo sie doch eigentlich nicht hingehört.

Ich kaufe Kleber und Tesafilm, Gaffa und ein Schweißgerät. Ich trag dich da raus, ich mach es wieder gut, ich kämme dir die Haare aus der Stirn und renne die Tür ein, du musst da nicht mehr hin, du musst nicht. Und ich werd zum Tier, du musst mich nur lassen, ich räche jeden einzelnen, Tag. Du musst mir nur sagen, wie. Aber du stellst nur die Schüsseln und Teller wieder zurück in den Schrank, wo sie hingehören ab jetzt, und es klirrt so laut, so laut.

Liz hat es verfasst, und zwar am 8. Juli 2007 um genau 14:34
Kategorie : Blicke | 0 Kommentare


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