Alle Welt

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Es hagelt Kolumen. Immer und überall und öfter dabei auch mittlerweile mit Leuten gespickt, die man kennt. Und wer mich kennt, der weiß: Ich will auch, ich will auch! Ich möchte auch Geld dafür bekommen, einmal die Woche irgendwo meinen Senf abzugeben. Das ist alles so harte Arbeit, ich weiß. Aber ich bin jung und ich brauche das Geld. Also, wo sind meine achtzig Zeilen?

(Heute ist Tag der Nörgeleien, haltlosen Stoßgebete und ausgelassenen Jammerei.)

Und das Foto ist von Katinka.

Liz hat es verfasst, und zwar am 30. Mai 2007 um genau 16:01
Kategorie : Lektüre | 8 Kommentare

 Nach dem Sturm

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“Scheiße, jetz isses mir runtergefallen!” - “Macht nix. Wir kaufen ´n neues..”

Liz hat es verfasst, und zwar am 29. Mai 2007 um genau 12:13
Kategorie : Fundstücke | 1 Kommentare

 Das ist immer alles in der Musik

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Julius hat mir die fertigen Lieder geschickt und es ist immer so seltsam, sich selbst zu hören. Ob nur sprechend oder eben dann singend. Aber obwohl das nicht meine Lieder sind, hab ich zu jedem eine Erinnerung, zu jedem ein Bild im Kopf, zu jedem einen Zeitraum und einen Gedanken an das Studio und die Aufnahmen. Ich hab zu jeder Zeile meine eigene Bedeutung und zu jedem Wort einen eigenen Klang. Und es mag kitschig klingen und schmalzig und triefen, aber trotzdem rührt es mich ungemein, mich da auf dieser Platte zu wissen und neben Julius zu hören. Das ist Wahnsinn. Und ich glaub, schon deswegen könnten wir zusammen gar keine großen Konzerte spielen, ich würd wahrscheinlich auf der Stelle losheulen. Nennt mich nah am Wasser. Ich spring dann rein.

Liz hat es verfasst, und zwar am 27. Mai 2007 um genau 12:47
Kategorie : Ton | 7 Kommentare

 Wunschdenken

- eine Badewanne auf dem Balkon
- einen Planschbeckenbürostuhl
- solche Eisklötze an den Füßen wie die Flamingos sie bei Axel Hacke heute haben
- Eislieferungen im Stundentakt
- Ventilatormützchen, die nicht scheiße aussehen
- funktionierende, umweltfreundliche Klimaanlagen in Clubs
- Anti-Oxidations-S-Bahn-Waggons
- Antirutschfesthaltestangen
- Bauchfreiverbot in der Innenstadt
- lautlose Flipflops
- sofortige Klärung durch Lastwagen von Fällen, bei denen völlig fremde Typen mit einem Hitzschlag auf dem Fahrrad neben einem her fahren und wiederholt äußern: “Komm, wir treffen uns auf ein Eis. Ich möchte mit dir schlafen.

Die Liste ist noch nicht geschlossen. Bitte um Fortsetzung in den Kommentaren.

Liz hat es verfasst, und zwar am 25. Mai 2007 um genau 11:44
Kategorie : Berlin | 9 Kommentare

 Kannst du dich erinnern?

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Oder weißt du noch, wann das anfing, mit dieser kleinen, spitzen Angst an meinen Ohrläppchen? Anfangs fuhr ich mir mit der Hand hin und wieder darüber, dachte an einen Windhauch oder schob es auf Ekzeme. Später dann strich ich die Haare davor, damit niemand fragt. Kannst du mir sagen, wann das war? Ich trug öfter Mützen und fing an, das Thema zu wechseln, wenn es gefährlich wurde. Und hörte damit auf, mir einmal die Woche die Hornhaut mit dieser großen Feile abzuschubbern, die immer dieses fiese Geräusch macht, wenn sie über die überflüssigen Schuppen raspelt, die wachsen, damit man sich nichts eintritt.

Sich nichts einzutreten. Das war das, woran man dann irgendwie die ganze Zeit dachte. Vorsichtig zu sein, nirgendwo anzustoßen. Und an einem bestimmten Punkt war nicht mehr ganz klar, was einstudiert und was natürlich war, was angeboren und was antrainiert. Das verschwamm dann alles zu dieser ausgepolsterten Fortbewegung, die nichts mehr zu tun hatte mit dem, was wir früher taten, wenn jemand LOS brüllte. Es war jetzt mehr ein Tasten, ein Sich-Auf-Den-Weg-Machen geworden, bei dem man die Augen permanent in den Hauseingängen, am Ende der Straße, hinter den Schaufenstern hatte, damit nichts auftauchte, das erschrecken konnte. Das diesen Fluss (sie nannten das Fluss, als sie uns erklärten, worum es hierbei eigentlich ginge) drohte zu unterbrechen. Wir hatten uns so zu bewegen, dass wir uns nicht weh taten, so zu reden, dass uns damit niemand was konnte, so zu fühlen, dass es einfach war zu vergessen.

Du hast mir das Misstrauen so gut angenäht, dass ich es nicht mehr in Frage stelle.

Liz hat es verfasst, und zwar am 23. Mai 2007 um genau 19:31
Kategorie : Moi | 2 Kommentare

 Hitzetote in Berlin

Unser Kühlschrank lebt nicht mehr. Das ist eigentlich schlimm. Das ist eigentlich sehr schlimm. Verbringen Sie doch mal bitte bei diesen Temperaturen eine Woche ohne Kühlschrank und Sie werden dieses Gerät in ihrer Küche wieder wirklich zu schätzen wissen! Nix mit Milch. Nix mit Eiswürfeln. Nix mit Gemüse. Alles Matsch und bei diesem Wetter spätestens nach einem Tag ungenießbar. Schön, dass sich auch der Schlauch der Waschmaschine dem gleich angeschlossen hat. Tschüss und auf Nimmerwiedersehen ohne Vorwarnung.

Aber wir sind ja nicht umsonst großartigst emanzipiert und total eigenständig. Wir hängen nicht an solchen Sachen, wir tauschen aus und schieben Nicht-Funktionales einfach ab. Rigoros und ohne Gnade. Deswegen gibt es auch morgen einen neuen Mitbewohner im Hause Rank-Lindemann. Ja, wir haben eingeparkt und ausgesucht, bezahlt und uns gefreut. Wir werden ihn hätscheln und mit großem Beifall empfangen und den Männern, die uns das neue Kühlgerät in den vierten Stock tragen, werden wir zujubeln. Das können wir neben Aussuchen auch total gut. Und wenn uns dann die starken Männerarme noch den neuen Schlauch so fest an die Waschmaschine drehen, dass wir nicht wie vorhin quasi unter´m Rasensprenger stehen, kann der Sommer kommen. Eis gibt´s dann auch wieder. Und hinterhergeheult wird nich.

Liz hat es verfasst, und zwar am 22. Mai 2007 um genau 18:29
Kategorie : Zeug | 4 Kommentare

 Das, was du am besten kannst.

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Berlin ist voll davon – von Menschen, die Musik machen, und von Menschen, die man kennt. Treffen sich beide Merkmale, kann Musikhören mitunter zu einer ziemlich persönlichen und hin und wieder auch schmerzhaften Geschichte werden.

Denn steht da jemand auf der Bühne, mit dem du schon Nächte oder Urlaube verbracht, Gefühle geteilt, tiefsinnig und stundenlang diskutiert oder einfach nur unglaublich genügsam geschwiegen hast, ohne dass es sich scheiße angefühlt hat, dann hörst du doppelt so genau hin. Und plötzlich erkennt man sie zwischen den Zeilen – die Momente, die Geschichten, die Bilder, die Menschen. Plötzlich werden die Fäden wieder aufgenommen und zu einem neuen Pullover gestrickt, der sieht dann auch meistens ganz gut aus. Man guckt und staunt und befühlt das Ganze und bei näherem Hinsehen merkt man: „Huch, das kenn ich doch.“ Und lässt das gute Stück vielleicht aus Versehen sogar fallen, tritt einen Schritt zurück. Behält man es in den Händen, fasst man behutsamer zu, vielleicht darf man´s ja behalten, vielleicht. Und manchmal gibt man es einfach zurück und schaut und denkt, wie gut das doch aussieht und sich anhört dort auf der Bühne. Und dann grinst man in sich hinein und hat in dem Lied eine wahre Geschichte und ist glücklich, so zu sein. So wie neulich am Flughafen, als sich die Menschen in Massen vorbeischoben, mein Kreislauf mal wieder nicht im Stande war, richtig zu funktionieren, und ich dann diese paar Lieder hörte, die bei mir etwas anknipsen, einen Hebel umlegen, einen Knopf drücken. Da geht dann wieder alles. Und nur, weil es mehr ist als ein paar Zeilen mit Musik unterlegt.

Ich erschrecke aber ab und an, wie viele neu gestrickte Geschichten und Texte ich da so finde im Stöbern durch die Musik der letzten paar Jahre. Und denke mir Sachen hinein und fühle mit und muss nicht einmal fragen, wie das wohl sein muss für denjenigen, der das gehäkelt hat. Weiß ich doch selbst jedes Mal wieder, wann und wo und warum genau welches Lied entstanden ist und welche ich nie öffentlich singen werde, weil ich weiß, dass jemand dastehen könnte wie ich. Und sich darin erkennen.

Liz hat es verfasst, und zwar am 22. Mai 2007 um genau 8:06
Kategorie : Berlin, Ton | 0 Kommentare

 Der Stadt den Bauch pinseln

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Jemand sagte heute: “Sommer in Berlin ist tausendmal besser als Sommer in Leipzig“. Und mir teilte sich die Meinung in zwei Hälften. Weil ich mich gut erinnere an den großen Park und den See und wie schnell man dort mit dem Rad in Wald und Wiese ist. Und weil es für mich immer ein bisschen wie Urlaub war, dort hinzufahren im Sommer. Ein bisschen auf´s Land. Und als ich diesen Gedanken äußerte, nickte mein Gegenüber und sagte: “Ja. Genau. Land.”

Zwar sitzen jetzt wohl in allen Städten die Mädchen in Unterhemden auf dem Balkon und die Männer zeigen ihre behaarten Schienbeine. Überall wackeln kleine, helle Lichter hinter den Blumenkästen, wenn es dunkel wird. Und bei diesem Gang durch die Straßen vergisst man mitunter, wo man gerade ist. Dabei riecht es nach Grillage und Sonnencreme und Abgasen und hat den Winter endgültig abgeschüttelt. Und meine beste C. beweist heute abend erfolgreich, dass man es auch in Berlin durchaus spontan an den See bringen kann. Man muss es nur wollen.

Und so begreifen wir dies als durchaus erlernbare Fähigkeit, die aber den glücklich-entspannten Bewohner des Berlins im Sommer vom kleinstädtischen Berlin-Ist-So-Groß-Und-Böse-Nörgler unterscheidet, der seine eigene Unfähigkeit auf die Umgebung projeziert. Schuld sind immer die anderen. Und doof sowieso.

Später schicke ich dem lieben Bekannten per SMS die Nummer einer Hausverwaltung, die gleich um die Ecke eine Wohnung anbietet. Auf dass er hier schnell eine Bleibe findet. Wegfahren kann man ja immer. Und auch mal eben schnell an den See. Ach und, am Wochenende kommt Besuch. Aus Leipzig. Der braucht mit dem ICE von dort nach Berlin ungefähr eine Stunde. So lange wie ich von hier zum Liepnitzsee.

Liz hat es verfasst, und zwar am 21. Mai 2007 um genau 21:05
Kategorie : Berlin | 3 Kommentare

 TXL

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Früher sind wir manchmal zum Flughafen gefahren, Mama und ich. An den Sonntagen, die nicht sonnig genug waren für den See, und nicht wolkig genug für das Brettspiel. Wir haben uns in Bus und Bahn zu den Leuten mit den großen Taschen gesetzt, sind ihnen leise gefolgt und dann aber eins weiter abgebogen. Nicht zu den Gates und Terminals, nicht in den Duty Free Shop oder den Zeitungsladen, sondern auf´s Dach, auf die Aussichtsplattform. Dort standen wir dann, legten uns die Hände an die Stirn, weil dann meistens doch ein bisschen die Sonne schien – aber eben nicht genug für den See – und schickten Wünsche mit den Flugzeugen weg. Wir klebten leise, kleine Worte auf diese dicken Bäuche und schauten ihnen hinterher, bis sie nur noch kleine schwarze Punkte waren oder zwischen den Wolken verschwunden. Wir beobachteten die langen Umarmungen bei den Ankünften und die Tränen bei den Abflügen, wir zeichneten die Fahrwege der Gepäcktransporter mit dem Finger nach und erfanden neue Linien, wir winkten den Fluglotsen und hielten uns nie die Ohren zu, wenn ein Flugzeug direkt über uns hinweg sauste, weil das laute Rauschen und Krachen uns die Möglichkeit der Ferne ein bisschen näher brachte.

Ich streckte jedes Mal meine Hand aus und sie sagte nie, ich solle das lassen.

Liz hat es verfasst, und zwar am 21. Mai 2007 um genau 7:52
Kategorie : Berlin | 2 Kommentare

 Wieder hochfahren

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Ich bin zurück, ich habe mein Schlafdefizit des letzten Jahres aufgeholt, ich habe die Nase in die Sonne gestreckt und ganz viel gelesen, ich habe keinen einzigen Blick ins Internet geworfen und jetzt weiße Streifen auf nicht mehr ganz so weißer Haut. Das war nötig und sehr gut. Und jetzt Tatort und dann in die neue Woche. Fuß auf´s Pedal und so.

P.S.: Listen machen ist gut. Unfertige Listen finden ist blöd. Auch, wenn sich diese nur im Kopf befinden. Jedenfalls unterstreicht die Wortwahl dieses kleinen Absatzes Bloggeschreibsel ganz dick und fett und in Neonfarben, dass ich diesen Sommer Autofahren lernen muss. Sollte. Will.

Liz hat es verfasst, und zwar am 20. Mai 2007 um genau 19:16
Kategorie : Moi | 6 Kommentare


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