Ende Gelände

In solchen Momenten schau ich dir in die Augen, in die Straßen, ins Gesicht. Dann bist du wie ich. Schau ich dir durch die Linien, in die Fenster, unter die Haut. Und wer hat eigentlich diese Brücke über den Fluss gebaut? Wenn das die Abende sind, die es immer war´n, wo haben wir dann die letzten paar Jahre verbracht? Und wenn das die Häuser sind, die dort immer standen, wo haben wir dann die letzten paar Jahre gewohnt?
Und da guckt immer einer von ganz oben runter. Und es guckt immer einer von unten zurück. Da guckt immer einer. Das wird sich nie ändern. Du nennst das Glück.
Und du nennst das Alleinsein. Ich nenn es Zuhause. Und immer, wenn das so ist, stürzt irgendwo eine Brücke ein. Vielleicht erschlägt die den Dampfer darunter, vielleicht gibt es nur ein paar Wellen. Denn sie tackern die Straßen am liebsten fest anstatt sie einfach wieder gerade hin zu stellen. Und in solchen Momenten schau ich dir in die Augen, in die Straßen, auf die Hände. Du sagst wieder nichts und lachst mich nur an, drehst an den Ringen und vergisst irgendwann, was du vielleicht doch hättest sagen können.
Liz hat es verfasst, und zwar am 19. April 2007 um genau 13:13
Kategorie : Berlin | 1 Kommentare