Mistakes to repeat

Ich hab geträumt von uns. Und ich habe geträumt, wie du langsam und behäbig deinen Brustkorb hebst und senkst und dir ein Baum aus dem Bauchnabel wächst. Ich habe geträumt, du hängst daran dein Morgenmüsli auf. Jede Flocke für sich, jede Rosine. Alles spießt du mit sicheren Fingern auf kleine Nadeln, in deren Ende du ohne Probleme den Faden fädelst, während an den Ästen kleine Blätter wachsen.
Ich wachte auf, als es noch dunkel war. Der Baum vor dem Fenster bog sich im Sturm, Blätter trägt er im Winter nicht, im Herbst hat er die Läuse. Langsam und behäbig senkte sich dein Bauch, ich hob die Decke an, dein Gesicht lag entspannt im Licht der anderen Wohnung, kein nervöses Zucken, kein wirres Gemurmel. Du lagst nur so da, während es draußen tobte und Äste brach. Ich legte dir den Arm von hinten um den Körper und schlief wieder ein, glaube ich.
Als es dann hell war, strichen meine Finger über Sand und Laken. Ich hatte gehofft, dass du es dieses Mal schaffst, ich hatte das wirklich gedacht. Was von dir übrigblieb, war wieder Staub. Wieder nur Luft. Wieder nur ein langsamer Atemzug, der die Kontinentalplatten hob und senkte. Und als ich das Haus verließ, musste ich mich gegen die Tür werfen, um sie zu öffnen. Die Kastanie lag im Weg. Es kommt immer noch hin und wieder vor, dass ich im Müsli Splitter finde.
Liz hat es verfasst, und zwar am 8. Februar 2007 um genau 1:32
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