
Lisa: “Franky, nicht durchhängen!”
Frank: “Ich überleg grad, was wir gemacht haben…”
Lisa: “Wir sind hingelaufen. Ewig. Durch den Schnee. Ohne Papierkörbe und Plan. Dann waren wir da, alles war blau, die Türsteher haben uns reingeworfen, dann standen da Autos im Weg und die kleine Frau hat das Bändchen viel zu lose an meinen Arm gebunden…”
Lisa geht in die Küche und guckt nach den Nudeln. Frank schreib nix und die beiden Essen Nudeln mit Brokkoli.
Lisa: “…dann sind wir durch´s Kraftwerk geirrt. Auf der Bühne in der Mitte spielte eine irre Band mit irren Tänzerinnen. Es gab kein Bier umsonst, alle sahen unglaublich overdressed und total wichtig aus. Die Klamotten waren nicht schön, das Licht ein bisschen cool und wir ein bisschen fehl am Platz. Dann sind wir mit der Bahn nach Hause gefahren. In der Straßenbahn standen uns ein älterer und ein jüngerer Suffi gegenüber. Deren Konversation ging ungefähr so…”
Frank: “Es fing alles damit an, dass Thomas ein cooler Typ war. Dann hat der Jüngere leider sein Handy verloren und konnte ihn nicht mehr anrufen. Anscheinend haben sie sich früher im Steinkeller getroffen und dann hat er nicht nur sein Handy, sondern die beiden haben auch noch den Steinkeller verloren. Damit war das Thema Thomas durch, glaub ich. Sein Problem war nur, er hatte dunkle Haut. Und seine Frau wollte ihn hier rauskriegen, damit er aus den Kreisen rauskommt und seine Freunde nicht mehr sieht. Seine Frau hat ihn gezwungen nach München zu gehen. Dann war er irgendwann wieder in Berlin. Eigentlich konnte sich keiner von beiden mehr erinnern, aber dann ging es plötzlich um den größten Zocker von Mitte. “Zitze?” - “Ey ja, Zitze!”….”
Lisa und Frank essen ihre Nudeln auf und wippen mit den Köpfen.
Liz hat es verfasst, und zwar am 26. Januar 2007 um genau 23:47
Kategorie : Berlin, Wir | 0 Kommentare

Berlin macht sich ganz gut zur Zeit. Der Schnee liegt noch auf einigen Dächern, der Bäcker aus der Straße hat in der Parallelstraße noch eine Filiale aufgemacht. Die Spatzen werden immer fetter und wir kommen doch auch recht gut zurecht mit all den gefrorenen Pfützen. Blumfeld haben sich aufgelöst, aber gut, es ist Winter und die kommen eh aus Hamburg, das ist ja wieder was ganz anderes. Hier laufen die neuen Videos der alten Bands in der U-Bahn und Record Release Parties werden gefeiert am laufenden Band. Mit ein bisschen Konsequenz bekommt man mitunter einen Job angeboten und freut sich den ganzen Weg nach Hause. Die Leute tragen noch immer dieselben Mützen, ab bestimmten Temperaturen ist es egal, was man trägt, man trägt es einfach nur noch und ein oder zwei Schals machen keinen Unterschied mehr.
Berlin hat sich so eingerichtet gerade. Die Bahnen kommen relativ pünktlich. Man regt sich auf über herabfallende Bahnhofsteile, man koaliert und trennt sich wieder. Die Nasen werden gerieben und die Nerven liegen blanker denn je. So haben wir es gern, so kennen wir es ja. Ich kann immer noch nicht stricken, ich habe immer noch einen Haufen an Zeug, der gemacht werden muss (die großen Wünsche liegen in der Schublade, die hol ich gar nicht erst raus, noch nicht. Die vertragen die Temperaturen nicht. Der Urlaubsantrag ist auch noch relativ steif in der Kniekehle.) und Veränderung soll ja eigentlich auch mit dabei sein. Wir suchen eine Wohnung (die einschlägigen Bezirke, nicht zu teuer, 2 oder 3 Zimmer, ihr könnt ja mal gucken, ihr wisst ja, was junge Frauen so wollen) und beenden das Semester mit den letzten Vorträgen, wir arbeiten und schnaufen aus und gucken und haben am Ende rote Wangen auf all den Schnappschüssen.
Aber die Geschichten bauen sich leise im Kopf. Es ist nur eine Frage der Zeit. Eine Frage des Durchhaltens. Und wie wir oben schon gelernt haben, ein bisschen Konsequenz und Durchhaltevermögen zahlen sich ja vielleicht nicht nur einmal sondern auch zweimal aus. Daumen drücken. In den Fäustlingen. Ich hab das Gefühl, Berlin und ich verstehen uns ganz gut gerade. Vielleicht ist es aber auch nur Gewöhnung und eine Langspielplatte.
Liz hat es verfasst, und zwar am 26. Januar 2007 um genau 2:06
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