Eines Jahres Zeit

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Mit einem Kaffeebecher in der Hand, dessen Inhalt noch so heiß ist, dass man weder den Inhalt trinken noch den Becher wirklich halten kann, durch die morgendlichen Winterstraßen zur Bahn laufen. Ohne Musik dabei zu haben, aber zu wissen, welche dabei sein könnte, und sich das als Option offenhalten. Mit einem Gefühl für das Jetzt, wie es selten sonst so klar ist. Weil die Morgen selten so klar sind.

Man hat ja sonst auch in den seltensten Fällen den eigenen Atem vor Augen. Und obwohl die meisten in ihren Gesichtern noch ziemlich in sich gekehrt und zusammengezogen aussehen, wirken sie in ihren Bewegungen ziemlich wach und bestimmt. Die Kälte kriecht in jeden Winkel. Und man muss sich nun einmal zusammenreißen, um sie nicht ganz an sich ranzulassen. Und tritt man an solchen Morgen aus dem Haus, spannt sich der Horizont ganz von alleine auf.

Und vielleicht erinnert man sich an all die kalten Winter zuvor. Weil es so kalt war wie jetzt. Und vielleicht erinnert man sich nicht an den Sommer und den Frühling miteinander, weil es immer so kalt war. Und es flackert vor meinen Augen und ich weiß noch, dass alles taub war. Aber jetzt knackt es wieder unter den Füßen, jetzt klirrt es an den Scheiben, jetzt rauscht es und wütet und tobt und ich habe das lange nicht so genossen. Und trotzdem plärren die Vögel nicht, aber das liegt am Winter. Ich dachte immer, das läge an dir.

Liz hat es verfasst, und zwar am 24. Januar 2007 um genau 13:40
Kategorie : Moi | 1 Kommentare


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