Toyen

Da ist es wieder. Das Ereignis im Film, das sagt, es kann jeden Tag passieren, dass jemand ankommt und sagt: “Hej, du bist cool. Ich will Geld machen mit dir!” und du stehst dann da und denkst: “Ja hej, wirklich cool. Das kommt mir total gelegen. Wer bist du eigentlich?“. Und da ist auch eine charmantere und nebenbei noch norwegische Variante einer abgespeckten Truman Show, die man sich ansieht und am Ende froh ist, einfach nur ganz normal zu sein.

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“Buddy” ist die Geschichte von Kristoffer (Nicolai Cleve Broch). Dieser klebt den ganzen Tag Plakate an Oslos Hauswände. In Latzhosen fahren er und sein guter Freund Geir (Aksel Hennie) in einem kleinen Lieferwagen herum, langweilen sich, machen Schwachsinn und führen nebenbei ein Videotagebuch. Nachdem Geir aus dem Fenster einer Fernsehproduktionsfirma in einen Container voller Matratzen gesprungen ist, Kristoffer jedoch vor den Sicherheitsbeamten davonrennen muss, verliert dieser ein paar seiner Tapes in dem Gebäude. Und wie es das Schicksal im Film so will, fallen die Bänder natürlich den Produzenten in die Hände und die finden die so spitze, dass sie Kristoffer, Geir und den dritten Mitbewohner Stig Inge zum Teil einer bekannten Talkshow machen. So werden sie in kürzester Zeit berühmt und ganz Oslo weiß plötzlich von Stig Inges manischer Angst, sein Viertel zu verlassen. Ebenso flimmert über die Bildschirme des ganzen Landes, dass Geir Vater eines Jungen ist, den er noch nie getroffen hat.

Und da stehen diese hageren, angenehm normal verpeilten Jungs plötzlich vor dem Dilemma ihrer Gedankenlosigkeit. “Wooohaaa, Fernsehen, da sind wir dabei!” jubelten sie anfangs. Nach und nach fallen ihnen aber die Konsequenzen dieser Entscheidungen auf den Kopf. Dass es dabei natürlich noch eine Liebesgeschichte gibt (in der eine ziemlich gut aussehende Frau eine Rolle spielt), muss man kaum erwähnen. Dass sich die Jungs in all dem Durcheinander, das diese Show in ihr vorher so vor sich hin getröpfeltes Leben bringen, dann doch ziemlich erwachsen und loyal verhalten, wäre weniger zu erwarten gewesen. In “Buddy” kann man ihnen beim Erwachsenwerden zuschauen. Und das beruhigt.

Und macht mir dazu wieder Sehnsucht nach dem Norden, während ich seit ein paar Wochen schon immer und immer wieder Clueso summe: “Ich komm nie mehr, ich bin in Chicago. Irgendwo, wo mich keiner kennt“. Wenn Sie aufmerksam waren, werden Sie bemerken, wir kennen dieses Thema schon. Und da ich in diesem Jahr zum ersten Mal wirkliche Vorsätze habe und auch ganz gut dabei bin in diesen ersten zwei Tagen, sie einzuhalten, wird es ein paar weitere Schritte geben. Manchmal komme mir ein bisschen vor wie Stig Inge. Und ich sage bewußt “manchmal” und “ein bisschen”. (Nur um Kommentaren vorzubeugen, die sagen: “Hey, mach das mal. Is voll gut und so für dich“. Es gibt immer mehr Gründe, die einen hier halten. Und die sind nicht einmal nur emotional.)

Liz hat es verfasst, und zwar am 3. Januar 2007 um genau 12:30
Kategorie : Filme | 7 Kommentare


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