Casimir Pulaski Day

Ich lief die Straße hinunter. Den Rücken zur untergehenden Sonne gedreht. An den Enden meiner Hosen fuselten die Fäden über meine Schuhe. Unauffällig wich ich den letzten Resten dieser großen Feierei aus und dann kam das Lied und manchmal wird einem einfach klar wird, dass der Moment alles ist, was du hast. Und ich hörte den Wind nicht mehr, weil die Trompeten so laut waren. Und ich hörte die Autos nicht mehr, weil er sang. Und ich hörte meine Schritte nicht mehr, nur noch das Herz. Und die Haare wehten mir verquer und verstrubbelt über mein noch rotes Gesicht und die Kopfhörer saßen schief und man hat ja sonst nix außer diesen paar Träumen in der Faust. Und an mir torkelte einer vorbei, der war so blass, dass er fast grün war. Und ein dicker Junge, der so dick war, dass er fast nichts mehr sah. Und eine Frau, die sich anscheinend in das Schaufenster des Krimibuchladens verliebt hatte.
Und der Moment war gut und ich weiß, dass es einer von denen war, über die man später mal singen kann, wenn einem sonst nichts einfällt und die normale Tragik zu ausgelutscht ist, um einen Song durchzuhalten. Ich wusste, dass mein Gesicht rot war vom Laufen. Ich wusste, dass der Wind schuld war an den nassen Augen. Aber die anderen wussten das nicht und schauten so mitleidig und mir blieb der Triumph es besser zu wissen.
Man ist nie nah genug dran. Und man ist nie weit genug weg.
Liz hat es verfasst, und zwar am 2. Januar 2007 um genau 15:54
Kategorie : Moi | 1 Kommentare