“So geistern durch unsere Gegenwartsliteratur Dutzende von Papierleichen, die nichts wollen, nichts hassen, nichts lieben, die nicht fallen können, nicht schreien, nicht töten. Ihre Handlungen können niemanden schicken, mitreißen, aufwühlen, da fehlt eine metaphysische Hoffnung, das Leben möge vielleicht doch nicht ein einziger tiefer Fall in diesen beschissenen Abgrund unter uns sein”
(
Maxim Biller)

Sind wir denn vielleicht wirklich so, wie ich es neulich schon einmal beschrieb? Legt sich unser flacher Atem auch in unsere Figuren und macht sie ein bisschen zu rund? Obwohl wir doch gerade hier mal die Möglichkeit hätten, hartkantig und unangenehm laut, wütend und dermaßen herzzerreißend zu sein, ohne es dann doch wirklich sein zu müssen…
(Man kann es ja wenigstens mal versuchen.)
Liz hat es verfasst, und zwar am 4. Dezember 2006 um genau 16:15
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Die Jahreszeiten verschieben sich ja schon genug. Es ist Dezember, wir haben 13° draußen und auf meinem Balkon sieht es aus wie früher Herbst. Dezember meint immer Ende in meinem Gelände und Januar meint immer Anfang. Und die einzige Routine in diesem ganzen Jahreszeiten-die-nicht-mehr-sind-was-sie-mal-waren-Gewäsch besteht darin, dass ich jedes Mal am Ende denke, ich bin noch nicht so weit. Eine Konstante, da kann man sich drauf verlassen. Nennen wir es Kalenderüberforderung, von einem Druck auf den Schultern spricht man ja nicht gern. Aber wie kann das bitteschön ein Jahr sein, in dem sich soviel verändert und getan hat? Ein einziges, das nun mit Vollkaracho auf sein Ende losstürzt. Ich muss doch noch packen und zusammenräumen. Ich muss doch noch aussortieren und Wunschzettel schreiben, bevor das neue anfangen kann. Irgendwie sind die Bremsen am Ende des Jahres jedes Mal wieder sowas von runter, dass einem nichts anderes bleibt, als in einem Mordstempo und ohne langes Hin und Her die Sachen, die im Weg liegen, von der Karre zu schmeißen, damit noch ein bisschen was raufpasst.
Aber so richtig zum Überdenken kommt man ja irgendwie doch nie. Nennen wir es vielleicht auch Jahresendpanik. Nicht zu überschätzen, aber hin und wieder laut rumorend. Klingt ein bisschen wie Hunger.
Liz hat es verfasst, und zwar am 3. Dezember 2006 um genau 16:56
Kategorie : Moi | 6 Kommentare