Piff Paff Puff

Wollen Sie oder wollen Sie nicht? Husten Sie oder husten Sie nicht? Sind Sie eigentlich schwanger? Und wer erzählt ihnen was von dem Krankenhausaufenthalt ihres Großvaters (hat der eigentlich Pfeife geraucht?)? Sind Sie jemand von der Sorte Mir-Des-Risikos-Bewußt-Und-Auch-Noch-Stolz-Drauf? Oder verschwinden Sie von jedem Tisch, an dem jemand qualmt und Sie nicht vorher in eine Glasglocke gesteckt hat?

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Ich habe keine Lust auf Moralapostelei. Und ich bin auch keine, die den Kopf angewidert wegdreht oder gar die Lokalität gleich wieder verlässt, wenn sie bemerkt, dass sie nicht sofort jeden an den umherstehenden Tischen erkennt, weil Rauch in der Luft liegt. Aber grad diskutieren ja wieder alle und ich misch mich doch so gerne ein, gebe meinen Senf ab und schüttele vor lauter Unverständnis und hin und wieder aus tiefstem Zugeständnis voller Elan den Kopf. Auf dass meine wedelnden Haare meinen Unmut bekunden.

Rauchen oder nicht rauchen in Kneipen und Cafés, he?

Das ist die simple Frage. Und die Deutschen brüten und brutzeln über und unter ihr wie gebroilerte Brathähnchen. Sie haben Angst um ihre Gemütlichkeit und ihr Kommunikationsverhalten, es graut ihnen vor Heizpilzen im Freien und angenehm riechenden Klamotten nach einem Diskobesuch. Aus mir nicht klaren Gründen scheint der Gedanke an rauchfreie Kaschemmen mehr als jedem zweiten den Schweiß auf die Stirn zu treiben. Denn Unbequemlichkeit und Zwänge sind Otto Normalverbraucher zuwider. Was an und für sich auch schon wieder paradox ist. Aber Otto hat sich nun einmal dran gewöhnt und krault sich zurückgelehnt den Bauch. Sollen sie doch gehen, wenn es ihnen nicht passt, diese keifenden, intoleranten Nichtraucher.

Wohingegen der Nichtraucher sich ja auch ein bisschen selbst in die Pampe geritten hat. Immer schön den Mund gehalten, immer brav dazwischen gehockt. Und die Mamis haben eben nicht auf ihr Recht plädiert, auch im Prenzlauer Berg mit dem Prenzlauer Zwerg in einem Café frühstücken zu können. Da macht man es sich eben lieber daheim am Ingo bequem. Bequem, ja. Bequem wäre es ja auch, wenn jetzt jemand käme und die ganzen blöden Raucher mal aus den Örtlichkeiten nach draußen verbannen würde ohne dabei auch nur ein Geräusch zu machen. Das wäre doch fein, denkt sich der Stummelhasser dabei. Und vergisst seine Eigenverantwortung. Wenn jemand jahrzehntelang toleriert, muss er eben damit rechnen, dass jemand murrt, wenn er das jetzt plötzlich irgendwie ja doch doof findet. Zumal das Nichtraucherklientel ja in den seltensten Fällen wirklich auf rauchfreie Plätze besteht, das Recht auf normale Luft auch ausspricht und verteidigt. Und hierbei spreche ich nicht von Omis, die mit ihren Lederstiefeletten garstig Zigarettenstummel zerquetschen und dabei lachen, als hätten sie den Teufel persönlich verspeist.

Keiner kann mir sagen, dass da Atmosphäre flöten ginge, wenn man ein Rauchverbot in Kneipen und Cafés verhinge. Die anderen können´s ja auch. Und feiern mindestens genauso lange. Aber mir kommt das Flöten, wenn ich sehe, wie beide Seiten auf ihren zur Faulheit verdammten Hintern sitzen und sich gegenseitig anwidern, nur weil sie zu faul sind, sich miteinander auseinander zu setzen. Miteinander auseinander. Toll.

Liz hat es verfasst, und zwar am 8. November 2006 um genau 21:48
Kategorie : Berlin | 13 Kommentare


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