Heating up from the inside

Ich habe Angst vor Mikrowellen. In unserem Haushalt befindet sich eine, wir haben die nicht gekauft, sie steht auch nicht im Mietvertrag, sie ist Dauerleihgabe von den Hauptmietern und wir behandeln sie mit außerordentlichem Respekt.
D.h. die eine Hälfte des Haushalts hat sich ziemlich gut mit ihr angefreundet, die gehen immer zusammen einen trinken, schnacken und verstehen sich wie Hase und Igel. Die andere Hälfte bin ich und die traut sich nicht. Als ich noch bei Mama gewohnt habe, gab es keine Mikrowelle und die in der ersten WG hat mich auch nicht interessiert. Ich war froh, einen Gasherd zu haben und kaufte immer fleißig Streichhölzchen. Die Beziehung zwischen der Mikrowelle und mir war rein oberflächlicher Natur. Sie steht da und miemt den grimmig guckendenden Wauwau unserer Küche. Ich gucke nett, gehe ihr aber sonst eher aus dem Weg.
Und jetzt weiß ich auch, warum. Julius besingt die Funktionsweise von Mikrowellen auch in einem seiner Lieder. Und ich finde es wirklich gruselig, dass mein Gemüse und der eigentlich dazugehörige Käse innerlich so sehr vibrieren, dass ihnen ganz heiß wird. Außerdem war der Käse nach dem erlösenden Pling heute bei der Premiere irgendwie überall, nur nicht mehr auf dem Gemüse.
Es fühlt sich einfach komisch an, wenn die Dinge innen wärmer sind als außen. Aber Menschen sind ja auch öfter so, hab ich mir sagen lassen. Vielleicht sollte ich mich also langsam an diesen Fakt gewöhnen.
(Milch mach ich mir trotzdem nur noch auf meinem Kumpel Gasherd warm. Is klar, ne?!)
Liz hat es verfasst, und zwar am 18. Oktober 2006 um genau 18:17
Kategorie : Fundstücke | 0 Kommentare