Hast du dir den Bart mit einem Keks rasiert?

“The Science of Sleep” ist Anarchie in Zellophan und in Bildern. Ich war ein bisschen eingeschüchtert von all dem Pannesein und Schallallalla, von all dem Pappmaché und Plastik, sodass ich irgendwann nicht mehr wusste, sind das die Träume der Figur Stéphane oder sind es doch Michel Gondrys ganz persönliche Nächte, denen wir da zuschauen. Weil man so sehr ins Detail gezogen wurde, so sehr in den Freak, dass es mich fast wunderte, wäre all das pure Phantasie, und dass mich auch hin und wieder ein Luftzug daran erinnerte, dass mein Mund offenstand. Ein bisschen von einem selbst ist doch immer dabei.
Aber die Dramatik kennt man eben doch. Dafür braucht man nicht Realität und Traum verwechseln, wie Stéphane es tut. Dazu braucht man sich nicht den Kopf an Nachbarstüren einzuschlagen und keine Zeitmaschinen. Weil man sich auch so missverstehen und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten reden, denken und fühlen kann. Und so wie Stéphane überschwänglich rudert und rudert und in seiner enormen Lautstärke übersieht, was seine Nachbarin doch eigentlich für kleine, aber sichtbare Signale aussendet, liegt doch fast jedem ein Verständigungsproblem vor der Tür wie ein Paket. Und man braucht kein Fernsehstudio im Kopf, um zu wissen, wie sie sich anfühlt, “diese dreckige Sekunde zwischen dem Schlaf und Wach“.
Und das Gefühl des Missverstandenwerdens kennt man auch. Es sieht nur schöner aus in Pappmaché und Silberfolie. Wenn du am Telefon einschläfst, brauchst du halt jemanden, der nicht auflegt. Besetztzeichen machen sich in Träumen nicht gut.
Liz hat es verfasst, und zwar am 4. Oktober 2006 um genau 11:44
Kategorie : Filme | 1 Kommentare