Clever ain´t wise

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Wir haben überlebt und der Abend lag in kleinen Stücken in der ganzen Wohnung verteilt. Die Stimmung in Fetzen, ein paar ausgerissene Haare noch, das gläserne Lachen im Mülleimer. Es geht immer etwas daneben. Man hat versucht, die Haltung zu wahren. Jeder schnitt sich ein Stück ab vom Kuchen, am Ende stopften sie sich die Reste mit der ganzen Hand in den Mund, die Augen gierig auf der Suche nach noch mehr, während die Lider schon nicht mehr konnten, schon müde waren von der ständigen Wachsamkeit. Die Hände legten sich auf Körper in der Nähe, das Rückgrat suchte Halt an der Wand und mit kurzen Schritten stolperte der Morgen herein, als sei nichts gewesen, als sei das immer so. Und da sind doch tatsächlich welche dabei, die halten das durch, die machen das ständig.

Wir haben überlebt und das letzte halbe Jahr fand ein Ende mit schiefen Trompeten. Als es noch dunkel war, wechselten wir uns ab auf den guten Plätzen, die nah an der Luft und nicht so nah an der Musik, näher an den Menschen und nicht so nah an sich selbst waren. Wir klatschten uns ab, die Mädchen hatten die Sirenen abgestellt, letzendlich war es auch egal. Es stolperte, was gehen konnte. Es schlief, was nicht mehr ging. Hauptsache nach Hause, nach Hause. Und wenn die erste Sonne durch die Schlieren auf den Fensterscheiben fällt, die Asche auf dem Boden erhellt und sichtbar macht, was wir alle übersehen haben, tickt die Uhr schon wieder leise.

Sie machen alle weiter (März singen: “Die Maschinen machen weiter, die Vorstädte machen weiter, das Papier macht weiter“), während sich mein Herz erst wieder eintakten muss. Ich klaue den kleinen Wecker aus dem Bad, weil man doch Vorbilder braucht, und suche mein Fahrrad im Hof.

Liz hat es verfasst, und zwar am 25. September 2006 um genau 9:13
Kategorie : Berlin, Wir | 9 Kommentare


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