Choking on your alibi
Das mit den Killers hatte im Winter angefangen. Du hattest dir die Argumente zurecht gelegt, ich mir die Fluchtwege. Und als die Dinge waren wie vorher, traute sich der Schnee endlich zu fallen. Wir stapften unsanft und Straßen voneinander entfernt durch die weiße Stadt, während das Mädchen am anderen Ende aufhörte zu weinen. Das hätte so auch gar nichts werden können, murmelten wir vor uns hin immer und immer wieder, unsicher die Köpfe aneinander gelehnt und die Momente auch nur dazwischen geparkt. Zwischen Papier, zwischen Haltestellen, zwischen Tag und Nacht, zwischen Wände und Umstände. Ein paar Mal ging das so, hin und her und wieder zurück. Wir hatten auf Bürgersteigen, an Wassern und Ufern, an absoluten Endstationen gesessen und uns die Hände gerieben. Da hat das mit den Killers angefangen. Das leise Summen im Hinterkopf und diese Lippenbewegungen in den Nächten, als wir noch dachten, alles wird gut. Bestimmt. Irgendwann. Sowieso. Das Scheitern hing uns hinten in den Kapuzen und wir liefen so weit nach vorn gebeugt, um es hinaus zu zögern. Lieber Rundrücken statt Umkippen. Sowas hält man nicht durch auf Dauer. Und sieht ja auch blöd aus.

Du hast den Raum verlassen neulich. Man lief sich so über den Weg wie ständig in dieser großen Stadt, in der man sich selten an die Einbahnstraßen hält. Die Füße klapperten im Takt, die Mädchen hatten den Hüftschwung schon zu Hause geübt, alles eine Frage der Routine und der Partituren. Das Lied kam und einer von uns hörte im Hof weiter. Ich erinnerte mich gestern daran. Dass immer einer gehen muss. Ich erinnerte mich gestern daran, dass wir uns los sind. Und es macht auch keinen Unterschied mehr. Es ist Herbst jetzt. Und das mit den Killers war weniger Zufall als wir.
Liz hat es verfasst, und zwar am 16. September 2006 um genau 21:11
Kategorie : Ton | 1 Kommentare