Resümierend grinsen

Tätärätäää. Aufatmen, Pause machen, Wochenende. Nachher ist der Stress vorbei, alle können sich wieder zurücklehnen und mal in Ruhe nachdenken, rausgucken und Feierabend machen. Vorbei die Zeit der alten Beiträge, Fotos und Schnipsel. Jetzt darf wieder hochkonsequent geschrieben werden, wie Schnabel und Stimmung da draußen gewachsen sind. Völlig habe ich mich dem Aktualitätsdruck nicht unterworfen und dass ich mich überwunden hab, die Diskussion anzuschubsen, finde ich auch recht prima. Denn dabei ham wa ja wieda wat jelernt. Fein und gut und ich bin froh, dass der Blick morgens jetzt nicht mehr auf die Zahl vor dem Namen knallt. Und dass die E-Mails ausbleiben, die drängeln: „Lise, schreib was, sonst kann man dich nicht wählen!

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Wir hauen auf die Pauke und freuen uns über diese Erfahrung. Dass meine werten Lieblingsautoren nicht am Start waren, ist zwar schade, aber vielleicht doch auch Zeichen einer gewissen Reife, Unabhängigkeit und ach, was weiß denn ich. Geld ist nicht alles und der Winter kommt trotzdem. Ich beglückwünsche den/die GewinnerIn schon einmal im Voraus (Jackpot Baby! haben´s verdient), schüttele brav Hände, Stifte und Tastaturputztücher. Aber jetzt muss ich mal los. Rausgehen, arbeiten, leben, Welt sehen, Musik machen, Eis essen. Denn sind wir nicht sowieso alle ein bisschen jetzt.de?

Liz hat es verfasst, und zwar am 8. September 2006 um genau 13:59
Kategorie : Lektüre, Wir | 11 Kommentare

 Baisers

Die Straße entlang stolpernd, mit der Nase im Kaffeebecher, mit den Gedanken weit ausholend streicht sich das Mädchen die Haare der letzten Nacht aus der Stirn. Wir haben Stempel auf der Haut, die Reste des Lakens und winzige dumme Blätter, die von den Bäumen fallen, während wir glauben, der Sommer sei zurück. Das kleine dicke Ehepaar wurstet sich die Finger umeinander und er sagt zu ihr: „Schatz, lass uns doch noch ein bisschen vor den Fleischer setzen, die Sonne scheint grad so schön.“ Am Ladenfenster nebenan steht schwarz gekringelt: Sarg-Discount. Und wir verbringen unsere Tage mit dem Umrunden der eigenen Unmündigkeit, wir schweigen, machen die Augen zu und es ist fast wie früher, wenn man sich die Hände vor´s Gesicht hielt. Alles wurde schwarz und man schrie: Ich bin weg.

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Das Mädchen spielt Blinde Kuh mit den Gesichtern der Straße, im Bäcker gegenüber haben sie heute Himbeeren. Denen ist das doch auch egal. Also klopf ihr auf den Rücken, sie wird sich schon fangen irgendwann. Und aufhören, Geschichten zu erzählen, die sie nicht erlebt hat. Das kleine dicke Ehepaar hat es doch auch geschafft.

Liz hat es verfasst, und zwar am 8. September 2006 um genau 13:06
Kategorie : Blicke, Wir | 2 Kommentare


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