Meeren

Es gibt Wind, der pustet dir wahrhaftig den Kopf frei. Und die besten Orte sind die, die kein Ende haben. Wo man laufen kann, bis einem die Füße abfallen, und dabei der Blick nur Rapsfelder, Bäume und Himmel fängt, bevor er auf Wasser landet und nicht mehr aufhört. Das ist dort, wo du nichts hörst außer Rauschen. Wo du nichts fühlst außer Wind und Sonne. Das ist dort, wo Schlafen und Wachsein, wo Denken und Nichtdenken sich vermischen und so perfekt ineinander übergehen, dass man sich nicht mehr stößt. Hin und wieder muss ich dahin, wo Worte auseinander und ins Meer fallen, wo sich die Stirn entspannt und der Blick nicht auf dem Asphalt aufschlägt. Das ist ein Gefühl von dauerhaft einatmen, von immer mehr Luft in sich hinein lassen, die man dann nach Hause trägt, um leise und behutsam wieder auszuatmen und der Stadt etwas entgegen zu setzen.

Liz hat es verfasst, und zwar am 5. Juni 2006 um genau 20:11
Kategorie : Blicke | 1 Kommentare


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