‘Ay, lesen is fett schwul…’
…sagte mal ein Teenager irgendwo. Diese Worte wurden über einen Freund an mich weitergetragen. Heute ist lesen gut.
In der Intro wird der Sketchbooks-Sampler gelobt.
Und in der SZ macht sich Oliver Fuchs köstlich über Blumfeld her:
Das Problem ist, dass der Erkenntnisgewinn so kümmerlich ist. Zu Schnee fällt ihm ein, dass er weiß ist. Zu Tieren fällt ihm ein, dass es viele verschiedene gibt. Und Flüsse, das hat Jochen hart recherchiert und scharf analysiert, fließen! Heidewitzka, Herr Kapitän!.
Dazu noch ein ganz netter Text von Steffen Kraft namens “Unsere jungen Geistesgaben - Wie die Generation Praktikum sich selbst betrügt”. Es geht um das neue Prekariat, um die alte Bohéme und ihre Fähigkeit, aus der Unsicherheit noch kreative Kraft zu schöpfen. Es geht darum, trotz dem trendy Individualisierungszwang in gewissen Dingen noch im Kollektiv aufzutreten. Und vor allem geht es um “Orientierungslosigkeit bei gleichzeitiger Unerbittlichkeit mit sich selbst” bzw. dem Praktikum als “berufliche Pubertät”. Es fällt der Begriff “Party-Praktikant” und dass es darum geht, Träume zu haben.
Ich bin Praktikantin, ich bekomme Espresso gemacht und der letzte Monat war mal Erwachsensein in Echzeit mit Überstunden und Augenringen, mit wenig Zeit und Notbremse. Aber man lernt die zwei Tage Wochenende nicht nur mögen sondern lieben.
Um einschlafen zu können, habe ich Naokos Lächeln gelesen. Ich wollte wissen, was dran ist an diesem Lobeshymnengeseier auf Haruki Murakami. Man darf ihn sich nicht vorlesen lassen, es könnte passieren, dass man sich bepisst vor Lachen, weil die Worte manchmal einfach nur platt und ausgelutscht sind. Die Figuren sagen offen und echt, was sie meinen, das Blabla gibt es trotzdem. Aber man kommt da rein, ich hätte es ja selbst kaum gedacht. Und im Zug hab ich´s dann nicht mehr zur Seite gelegt, weil die Figuren so wunderbar belanglos sind, dass es eine Freude ist, ihnen beim Leben zuzuschauen. Worin da die Faszination liegt, kann ich nicht sagen, aber am Ende wusste ich, wie die Berge aussehen, wer mit wem geschlafen hat und dass die Welt nicht anders wäre, hätten sie sich anders verhalten. Ich habe einige Menschen in den Figuren wiedererkannt, das ist das Erschreckende. Ich denke, ich werde kein weiteres Buch von ihm lesen.
Liz hat es verfasst, und zwar am 2. Mai 2006 um genau 13:49
Kategorie : Lektüre | 3 Kommentare