Schnauze, Schätzchen.

Man stelle sich ein von außen doch recht hässliches Haus in einer großen Stadt vor. Drinnen wird geschäftig gearbeitet und getextet, Papier wird beschrieben, Konzepte werden erarbeitet, die Woche neigt sich dem Ende zu und es wird produziert, was das Zeug hält. Jeder will mal Wochenende.
Unten vor dem Haus steht ein dickes Auto in einer Parklücke. Ein kleiner Transporter parkt mal eben so in zweiter Reihe , dass es dem Auto unmöglich wäre aus eigener Kraft seine Parklücke über die Straße zu verlassen. Der Fahrer des in der Parklücke eingeschlossenen Wagens kommt nun. Der Fahrer des kleinen Transporters ist verschwunden. Der Fahrer des eingeschlossenen Autos gerät in Panik und beginnt zu hupen. Zwischendurch läuft er nervös wackelnd auch mal ein zwei Runden um sein Auto herum, dann setzt er sich wieder ans Steuer und hupt weiter. Vielleicht ist er taub. Wenn nicht, dann jedenfalls nach dieser halben Stunde ständigen Lärmens. Der Fahrer vom Transporter bleibt verschwunden. Dafür regen sich in der dritten Etage des hässlichen Hauses die Gemüter. Alle haben einen roten Kopf vom Denken, draußen schneit es. Der Huper trägt einen Hut. Der Huper kommt auch nicht auf die Idee, die Parklücke über den Bürgersteig zu verlassen, was ohne riesige Probleme möglich wäre. Der Huper hupt einfach weiter. Da beugt sich der Referent für Europakommunikation aus dem Fenster im dritten Stock und beginnt ein Gespräch mit der Intention, den Menschen vielleicht von seiner nervtötenden Aktivität abzubringen. Es hilft nichts. Der Huper hupt.
Da kommt der stellvertretende Generalsekretär ins Zimmer gestürmt, schreit “In Deckung!” und wirft seine kleine Schale mit Quark aus dem Fenster. “Hab ich getroffen? Hab ich getroffen?”

Ungläubig begutachtet der bemützte Huper seine mit Quark verschmierte Stoßstange. In dieser Zeit kommt der Fahrer des Transporters, setzt sich in eben diesen und fährt seelenruhig davon. Zurück bleibt ein durchgehupter, mit Quark verschmierter Bonzenwagen, dessen Besitzer erstmal Pause machen muss.

Liz hat es verfasst, und zwar am 2. März 2006 um genau 23:24
Kategorie : Berlin | 0 Kommentare

 Immer ein Morgen

Christian Steinbrink schreibt in der neuen Intro:

“Look What We’ve Done…” ist ein Titel, bei dem ich lachen musste. Wenn man bedenkt, dass er schon für eine EP verbraten wurde, kann ich nur erahnen, wie voll das Konto an guten Titeln für zukünftige Veröffentlichungen bei Me Vs. Me sein muss. Dass zukünftige Veröffentlichungen folgen werden, will ich schwer hoffen und mir wünschen. Denn auch wenn sie wie Ich+Ich (deren verdächtige Nähe zum eigenen Bandtitel wenigstens mir sehr unangenehm wäre) und so viele andere das “Boy+Girl mit sanften Electronics”-Schema bemühen, gehört ihr Entwurf definitiv zu den guten. Vermutlich liegt das an dem frischen und unkonventionellen Gebrauch von Samples und den Soundpartituren, die einem die heutige Software-Generation so bietet. Mit Sicherheit auch an der hübschen Stimme Lisa Ranks bzw. den gekonnten Dopplungen und Duett-Elementen. Und an der stilistischen Freiheit, für die eigenen Entwürfe als Einflüsse Anticon wie auch Ms. John Soda, Console oder Masha Qrella zuzulassen. Obwohl im Eigenverlag erschienen, ist diese EP eine Platte, die noch viel mehr verspricht - sowohl auf Tönträger als auch live. Sie sollte baldmöglichst von den findigen lokalen Indielabels und Bookingagenturen entdeckt werden. Bevor die schon wieder zu spät kommen.”

Es passiert was. Und nächsten Dienstag soll ich Punkt 10 Uhr witzig, innovativ, kreativ und souverän auf einmal sein. Gedrückte Daumen wären gut. Und ein ruhiger Atem.

(…und “Eine Hand auf dem Bauch, eine Stunde an der Luft…”)

Liz hat es verfasst, und zwar am 2. März 2006 um genau 0:16
Kategorie : Ton | 0 Kommentare


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