Winterschlaf & Kältestarre
Der Friedrichshain liegt still unter einer Eisdecke. Falten hat er bekommen, in denen die Kinder jetzt Schlitten fahren und Hunde sich die Pfoten abfrieren. Und aus den Wohnwagen neben der Tankstelle dampft es. Die Gesichter sind rot, die Wege glatt und oben am Aussichtspunkt ist das Eis so eben, dass manche mit ihren Schlittschuhen Kreise drehen konnten. Frauen schleifen ihre Männer am Arm durch den Park, Kinder watscheln gemütlich und dick eingepackt durch´s Gehölz und hier und da joggt sich ein Irrer den Atem an die Nase. Wie auf Eiern laufen alle.

Wo fährt man hin, wenn man Ende März ein paar Tage frei hat und das wohl der einzige Urlaub dieses Jahr sein wird? Macht man sich auf in den Norden, von dem man aber nicht weiß, was er bereithält und ob man aufgenommen wird? Oder begibt man sich auf Großvaters Spuren nach Wien und schaut, ob die Stadt nett genug ist, um dort vielleicht auch mal mehr Zeit als einen Urlaub zu verbringen? Setzt man sich in ein Gefährt in Richtung Ravensburg und wohnt ein paar Tage auf dem Berg und rutscht diesen nur zum Einkaufen oder für den lustigen Jugendclub auf dem Roller hinunter? Morgens könnte man da über vereiste Felder schauen und vielleicht auch mal wieder nach Konstanz fahren und Zuckerwatte essen. Man könnte ein Album aufnehmen. Was andere in Island tun in diesen Tagen. Island in Reichweite wäre gut Ende März. Oder einfach nur ein anderes Ende der Welt.
(Foto von Dominik Schottner)
Liz hat es verfasst, und zwar am 29. Januar 2006 um genau 19:00
Kategorie : Berlin | 5 Kommentare