Vielleicht sollten wir uns besser dran gewöhnen

Du musst nur lange genug laufen, dann sprengt dir das Minus den Kopf weg, der Wind bricht dir die Stirn, du verlierst jeglichen Starrsinn, alles krempelt sich nach außen, wenn du nur weit genug gehst. Wenn du nur weit genug gehst, knacken die Sohlen unter dir, Eis wird zu Berg wird zu Straße und das sind keine Drogen, das ist nicht anderes als sonst, nur leerer, nur kälter, nur klarer, du musst nur lange genug laufen. Und wenn du lang genug läufst, triffst du hier und da ein paar dunkle Gestalten, kapuzenbedeckt und die Schritte genauso steif gelaufen wie deine, die Hände zu Fäusten, man sieht sie nur jetzt, sonst fallen sie nicht auf, Schneeball, Schneemann, ist es Boden, ist es Eis, wenn du nur weit genug gehst. Und wenn du weit genug gehst, merkst du es irgendwann nicht mehr, fängst noch einmal an, dann bist du wieder zurück, du musst nur lange genug laufen.

Draußen ist es wie in dreißig Jahren vielleicht immer.

Liz hat es verfasst, und zwar am 23. Januar 2006 um genau 23:59
Kategorie : Blicke | 7 Kommentare


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