Plukker Plukker

Mir flimmert der Blick. Von diesem Themenklopps, der nun eingegrenzt und in Form modelliert wurde, es wird schon klappen morgen. Von diesen Dingen, die so interessant gar nicht sind, aber als dieses von mir verpackt werden sollen. Von der Hoffnung auf den Uniwechsel und den Gedanken an die kleinen Dinge, die vor Amerika einfach noch erledigt werden müssen. Nach und nach hake ich ab, aber ich kann mich doch nicht wehren gegen wacklige Knie und das Bedürfnis nach Innehalten. Ich leg jetzt den Kopf ab. Rein in die Kissen und versuche, mal vor eins die Augen zu schließen und mich auszuschalten. Momentan laufe ich tagsüber auf Hochtouren und nachts auf Standby.

Man geht mir besser aus dem Weg zur Zeit, wenn man nicht aushalten will, wie sich Stimme und Stimmungen überschlagen. Drahtseilakt, Hochspannung und Gummihoppse.

Liz hat es verfasst, und zwar am 29. November 2005 um genau 23:41
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 Der Welt den Rücken

Kleidungsstücke aus Fleece bekommen in diesen Tagen einen völlig neue Bedeutung. Draußen wettert es winterlich und hier drinnen plärrt der Drucker. Ich falte meine Kontoauszüge so klein ich nur kann und versuche mir einzureden, Geld sei nur bedrucktes Papier. Trotzdem planen einem diese Schnipsel Zeit zurecht und die Entfernungen, die man zurücklegen kann. Luft zieht über den Nacken und in den Körper ein,man wird die kalten Füße nicht los. Ich drehe The Low Frequency In Stereo laut auf draußen und laufe anstatt die Bahn zu nehmen.

Liz hat es verfasst, und zwar am 28. November 2005 um genau 18:18
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Verunsicherung dieser Jahre

Liz hat es verfasst, und zwar am 28. November 2005 um genau 1:26
Kategorie : Moi | 0 Kommentare

 Slagsmalsklubben

Pure Elektroparties sind seltsam. Den Menschen entgleisen die Gesichtszüge anders, sie werden nicht fahrig sondern straight in ihrer Entrückung. Die Blicke werden starr, weniger müde als bei diesen Indie-Geschichten, wo ihnen irgendwann die Haare in die Stirn und Lider auf die Wangen fallen. Hier bewegen sie sich kantig, die Worte schleudern sie in Salven in den Raum zwischen die Bodenkontraktionen. Beat Beat Wort Beat. Hand und Fuß hat das Ganze nicht. Und die Vibrationen im Bauch gehen mir schon nach zwei Stunden auf die Nerven. Aber sie bezahlen bis in die Morgenstunden ohne zu nölen. Ziehen die Geldscheine aus den Taschen, schweigen viel und verschwinden dann in dieser losen Masse. Sie rauchen sich um Kopf und Kragen, das Bier geht nicht ganz so gut weg diesen Abend, mehr Männer als sonst sind es. Und die Schweden genießen Einigkeit. Ich hab das Wummern zu Hause noch gespürt.

Liz hat es verfasst, und zwar am 26. November 2005 um genau 16:47
Kategorie : Ton | 0 Kommentare

 Lichter

8 Stunden Panoramablick auf die Stadt. Aber Radiolandschaften sind nicht mehr das, was sie mal waren und ich weiß nun wieder, warum ich sonst quasi nie Radio höre. Und morgen wird mich beim Arbeiten wohl ein Hörspiel begleiten, weil man diese aufgeschäumten Formate nicht den ganzen Tag aushält. Die Spitze vom Fernsehturm blieb heute versteckt, während sich mir der Rücken krümmte, weil der Tisch zu niedrig und man im Sitzen aber nicht mobil genug ist. Ich hab den Lichtern beim an- und ausgehen zugesehen, meine Hände monoton Papier greifend, man schweift so schnell ab und findet sich erst wieder, wenn der Stapel kein Stapel mehr ist. Elf Tage noch, dann habe ich Urlaub. Und heute nacht soll es schneien.

Liz hat es verfasst, und zwar am 24. November 2005 um genau 21:30
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 Winter, Winter. Jetzt beginnt er.

Und aus dem Briefkasten fällt mir ein Stück Familiengeschichte entgegen. Der Großvater ist wieder auf dem kleinen Berg, um den die Seen liegen. Von dem aus man ins Tal und auf den Nebel am Morgen sehen und sich zu Hause fühlen kann. Dort hat er seine Gemüsemanufaktur, dort holt er Luft. Dort steht die schwarze Simson im Schuppen und im Garten das alte graue Pferd.

“ALLES NUR FASSADE? Das wüßten wir schon lange gern, was die Leute gegen Fassaden haben, und gegen schöne zumal. Gewiß, jeder hat es gern, bei Häusern wie bei Menschen, wenn sich hinter einer attraktiven Außenseite auch ein angenehmes Inneres verbirgt. Andererseits, wenn innen nicht so viel los ist - warum soll man sich dann nicht wenigstens an einer schönen Fassade erfreuen dürfen? Alle Welt redet über den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses; aber interessiert sich außerhalb weltfremder Spezialistenkreise jemand dafür, wie das Ding von innen ausgesehen haben könnte? Wir in Bayern sind da schon weiter:
Als das Bamberger Böttingerhaus vor hundert Jahren von der Spitzhacke bedroht wurde, löste ein Menschen namens Rank dessen barocke Fassade kurzerhand ab, schaffte sie nach München, stellte einen steinernen Würfel an den Nordrand des Luitpoldparks und klebte dem sein Stück Beutekunst so perfekt an, dass das Resultat mittlerweile ohne weiteres als einheimisches Barockjuwel durchgeht. Da stand es nun, dank Rank: Das Bamberger Haus….”

(Adrian Seidelbast, “Bamberger Haus”)

Nirgends gibt´s soviele Ranks wie dort. Mein Großvater ging dort auch mal zur Schule. Und in Gedanken seh ich schon D. und ihn bei einem Bier sitzen und schwadronieren… über Bayern und Österreich und eben auch über Oberfranken. Dabei haben sie sich bis jetzt nur per Video-Chat gesehen. Wahnsinn.

Liz hat es verfasst, und zwar am 23. November 2005 um genau 20:26
Kategorie : Opa sagt... | 0 Kommentare

 Gebranntes Kind

Jetzt ist er da, der Winter. Sie haben die Stadt mit Lichterketten behängt, sie stopfen sich schon im November Zuckerwatte und Lebkuchen in die Backen und stampfen die Weihnachtskugeln zu Brei. Mir wird heute nach drei gebrannten Mandeln schlecht, während ich feststelle, dass mir die Gegend um den Zoologischen Garten immer ein Rätsel bleiben wird. Man kann da eine Minute stehenbleiben und die Leute um einen herum reden soviel Mist auf einmal wie woanders nichtmal an einem Tag. Und es gibt nicht einen einzigen klitzekleinen Schreibwarenladen auf dem Areal vom Nollendorfplatz zum S-Bahnhof Zoologischer Garten. Es gibt ein extra Haus für jede Sportmarke, tausend Schuhläden und zehnmal Orsay, aber Schreibwaren will da anscheinend niemand. Wo nehmen die ganzen Kassiererinnen die tausend Kugelschreiber her, mit denen all die Tusen und Idioten ihre EC-Überweisungs-Kassenzettel-Schnipsel unterschreiben? Ich habe mich dort ganz schnell wegbewegt, weil es mir unheimlich ist, wenn meine Gedanken mit 200km/h auf die Wand Aggressivität zurasen.

Berlin ist viele kleine Städte für sich und diese da am Zoo gehört nicht zu meiner Heimat.

Liz hat es verfasst, und zwar am 21. November 2005 um genau 19:14
Kategorie : Berlin | 0 Kommentare

 

Liz hat es verfasst, und zwar am 20. November 2005 um genau 19:09
Kategorie : Blicke | 0 Kommentare

 : todays tracklist :

apparat : duplex
four tet : you could ruin my day
fs blumm : standuhrwerk
lawrence : untitled#1
múm : weeping rock, rock
telefon tel aviv : fahrenheit fair enough
the low frequency in stereo : electric voice
tortoise : the suspension bridge at iguaz falls
van pelt : nanzen kills a cat

Liz hat es verfasst, und zwar am 20. November 2005 um genau 16:27
Kategorie : Ton | 0 Kommentare

 Dieser Sonntag hat einen Namen

Wenn man nicht weiß, wo du bist, kann man auch nicht hingehen und sagen: Ich bin da, du bist zu Hause.

Es gibt in dieser Geschichte keine Tore, durch die man gehen kann und dann da ist. Es gibt keinen Zaun, keine Blumen, keinen Stein, auf dem dein Name steht. Es gibt da noch den einen Traum, es gibt noch das Wort im Hinterkopf und all die ausgeschnittenen Stellen. Was da noch ist, das ist der Sprung im Takt, wenn jemand von hinten aussieht wie du, und deine Stimme auf Band.

Es gibt diesen Stadtbezirk in Berlin und mittlerweile kann ich da wieder sein. Immerhin muss ich da durch auf dem Weg in die Uni und es ist ohne Krampf im Bauch. Es gibt auch immer noch diese Ecke, an der du aufgehört hast zu sein.

Es gibt noch immer die kleinen Gesten, die ich gelernt hab, und deinen Pullover.

Ich hab aufgehört, irgendwelche Gründe zu suchen und das mit den Antworten hat sich längst verlaufen. Aber dass mir an solchen Tagen mal das Glas aus der Hand rutscht, das geht nicht vorbei. Das ist immer noch so.

Und diese Geschichte hat keinen Namen, keine Kapitel. Es gibt nur vorher und nachher und das nachher hat das vorher schon lange überholt. Aber wenn man nicht weiß, wo du aufgehört hast zu gehen, kann man sich nicht einfach umdrehen und dich noch sehen. Erahnen vielleicht. Mitunter erinnern.

Dass ich dich noch weiß, das geht nicht vorbei. Das ist immer noch so. Du kannst auch in zehn Jahren klingeln und ich werde sagen: Ich bin da, du bist zu Hause.

Liz hat es verfasst, und zwar am 20. November 2005 um genau 14:57
Kategorie : Moi | 1 Kommentare


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